Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 541:

    Ich war heute einmal im Geschäft und habe gesehen, das Hefe gar nicht so billig ist. Deshalb habe ich die Frage, ob und wie man Hefe selber züchten kann.

    Florian Peters, nrw
    09.Mai.2003 23:13:13


      Ja natürlich kann man Hefe auch selbst züchten. Dies ist allerdings eine sehr heikle und aufwendige Arbeit. Wenn Sie über keine biochemische Praxis bezüglich der Aufzucht und Vermehrung von Mikroorganismen wie z.B. Pilzen verfügen, so kann ich Ihnen davon nur abraten. Der Grund: sollte während der Zucht der kleinste Fehler oder eine Ungenauigkeit passieren (daher muß z.B. steril gearbeitet werden), züchten Sie Mutationen die nicht (nur) Alkohol produzieren sondern auch andere, z.T. hochgiftige Substanzen. Wenn Sie sich dennoch damit beschäftigen möchten, finden Sie in der Diskussion eine Menge sehr kompetenter Einträge.

    Eintrag Nr. 540:

    Sehr geehrter Herr Schmickl
    Ich hätte eine Frage bezüglich Dampftemperaturmessung,und hoffe sie können mir helfen. Ich habe ein Thermometer, aber dies hat eine Quecksilberfüllung und ich habe Angst, dass es berstet und ich das ganze Quecksilber in meiner Anlage habe (is ja nicht gerade gesundheitsfördernd *g*). Deshalb die Frage ob ich auch ohne Dampftemperaturmessung die Fraktionen voneinander trennen kann. Wenn nicht würde ich ein Thermometer aus einer Heizung nehmen, aber ich weiss nicht ob diese genau genug sind.


    Bernd, Deutschland
    07.Mai.2003 20:05:26


      Ohne Temperaturmessung ist es nahezu unmöglich, die Fraktionen sinnvoll zu trennen. Viele behaupten, durch Kosten sei es möglich. Wenn Sie aber verschiedene Brände herstellen, so werden Sie merken, daß jeder zu jedem Zeitpunkt komplett anders schmeckt, ein "Erschmecken" ist da sehr schwierig.
      Ein Thermometer macht nur Sinn, wenn Sie auf halbe °C genau ablesen können, anderfalls ist es sinnlos. Bezüglich der Vorsicht beim Quecksilberthermometer kann ich Ihnen nur Recht geben. Allerdings bricht ein Stabthermometer nicht durch die Hitze vom Dampf, sondern i.d.R. nur durch "Fremdeinwirkung", d.h. wenn Sie vorsichtig damit umgehen, sollte nichts passieren.

    Eintrag Nr. 539:

    Ich habe jetzt hier öfters gelesen wie man etwas gähren lasst, doch weis ich immer noch nicht wie viel Hefe auf wie viel Wasser und wie viel Zucker kommt um den höchsten Alkoholgehalt zu erhalten. Außerdem möchte ich wissen ob ich die Hefe aus dem ganz normalen Geschäft nehmen kann?

    Florian Peters, Nrw
    07.Mai.2003 19:57:11


      Um einen hohen Alkoholgehalt zu erzielen, brauchen Sie eine Spezialhefe, die normale Hefe erzeugt viele Nebenprodukte und kann Zucker teilweise nur unbefriedigend vergären. Bei der Turbohefe benötigen Sie für 8 kg Zucker auf 25 Liter Wasser aufgefüllt, genau 115 g.
      Herkömmliche Reinzuchthefen (= z.B. Weinhefen, Backhefe hat eine noch viel geringere Alkoholresistenz) kommen auf max. ca. 12-13%vol, Turbohefe auf 20%vol. Reinzuchthefen bekommen Sie überall im Fachhandel (Weinkellereibedarf), Turbohefe werden Sie dort allerdings auch nicht finden.

    Eintrag Nr. 538:

    Sehr geehrter Herr Schmickl
    Ich wollte mir in nächster Zeit einen Röhrenkühler bauen, da mein alter den Geist aufgegeben hat. Ich hätte nur ein Problem, ich bekomme nur noch als Kühlmantelrohr 22mm Kupferrohr mein alter hatte 28mm. Ich wollte jetzt gerne wissen ob genug Kühlwirkung da ist????
    Dazu die Daten des geplanten Kühlers:
    Kühlmantel 22mm Kupferrohr auf 1,50m Länge
    Innenrohr 15mm Kupferrohr auf 1,70m Länge
    Kühlwasser-ein und Auslass 1cm kupferrohr.
    Ich hoffe sie können mir helfen.


    Bernd, Deutschland
    07.Mai.2003 17:29:26


      Ob genug Kühlwirkung vorhanden ist hängt von Ihrer Kesselgröße ab. Je größer die destillierte Menge, umso größer muß die Kühlung sein. Auf Grund Ihres Durchmesseers im Innenrohr sollte der Kessel nicht größer als 20 Liter sein, andernfalls könnte sich ein Überdruck aufbauen. Die Länge des Kühlers ist eher kurz, denn ein Röhrenkühler hat keine besonders gute Effektivität. Sie müssen aufpassen, daß der Dampf nicht durchbricht. Es werden z.B. bei Schlangenkühlern für 20 Liter Anlagen ca. 8 Meter verwendet.

    Eintrag Nr. 537:

    Wie wandelt man stärkehaltige Maischen in vergärbare zuckerhaltige Maischen um, z.B. Reisstärke, Topinambur u.s.w.

    Bernstein, Berlin
    07.Mai.2003 11:07:36


      Dazu müssen Sie der Maische das Enzym (alpha-) Amylase zugeben, dieses baut die Stärke in Glucose (= vergärbarer Zucker) ab, welche dann von der Hefe vergoren werden kann. Sie können auch aktiven (!!) Malz verwenden, da in diesem die Amylase enthalten ist oder sich Malz selbst herstellen.
      Für eine zufriedenstellende Ausbeute ist der Prozeß leider relativ mühsam, denken Sie z.B. ans Bierbrauen oder an die Malz-Whiskyherstellung.

    Eintrag Nr. 536:

    hallo,
    mich würde interessieren, wo man so kleine anlagen herbekommt, oder ob man sie sich selber bauen kann. ich spreche von anlagen von max. 0,5 l, wie sie in deutschland ja anmeldefrei erlaubt sind.


    jürgen klecker, Aschaffenburg
    06.Mai.2003 13:06:26


      Solche Anlagen werden hauptsächlich zur Dekoration verkauft, da eine sinnvolle Herstellung von Alkohol in dieser Größenordnung nicht mehr wirklich gegeben ist. Sie müssen sich vorstellen, daß Sie den 0,5 Liter Kessel nicht ganz voll machen können, nur zu etwa dreiviertel (sonst geht's beim Kochen über). Da bleibt nicht mehr viel übrig. Sollten Sie an so einer Anlage dennoch Interesse haben, könnte ich Ihnen so eine Anlage besorgen.

    Eintrag Nr. 535:

    Sg Herr Schmickl,
    erstmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrer sehr schönen und informativen Webpage zum Schnapsbrennen.
    Ich hätte eine Frage und zwar ob der Fruchtkorb, den man in den Kessel stellt auch verzinkt sein dürfte oder würden beim Erhitzen schädliche Substanzen (Zinkbestandteile?) freigesetzt werden.
    Für Ihre Mühe herzlichen Dank
    MfG
    S.H.


    Stephan Hill, Kärnten
    04.Mai.2003 09:03:32


      Danke!
      :-)
      Zinkmaterialien kann ich nicht unbedingt empfehlen. Verwenden Sie besser Edelstahl oder andere Materialien, die lebensmittelecht sind und auch in der Küche verwendet werden (Kupfer, Glas).

    Eintrag Nr. 534:

    hi
    weiss jemand ob/wieviel Schnaps man in Deutschland - NRW pro Jahr brennen darf??
    schonmal danke im voraus
    mfg fabian


    Fabian, MG
    03.Mai.2003 11:57:30


      Die hergestellte Schnapsmenge ist vom Gesetz nicht reguliert, sondern die Kesselgröße, mit der gebrannt werden darf. Anmeldefrei darf ein 0,5 Liter Kessel betrieben werden. Haben Sie ein Abfindungsbrennrecht, so sind die Kesselgrößen viel größer. Bezüglich der zugelassenen Kesselgrößen in Ihrem Gebiet am besten direkt beim für Ihren Bezirk zuständigen Zollamt, Abt. Branntweinmonopol, nachfragen.

    Eintrag Nr. 533:

    Hallo,
    eine Frage zum Brennrecht in Deutschland: an wen ist ein brennrecht gebunden? wir werden ein älteres bauerngehöft kaufen, das wohl ein brennrecht hatte.(besitzerin verstorben) geht das brennrecht automatisch auf uns über?
    vielen dank für die antwort


    C. Schulze, Rottenburg, Deutschland
    02.Mai.2003 18:49:22


      Daß das Brennrecht automatisch auf Sie übergeht, kann ich mir nicht vorstellen. Am besten wäre es, wenn Sie sich diesbezüglich mit dem für Ihren Bezirk zuständigen Zollamt, Abt. Branntweinmonopol in Verbindung setzen. Somit können Sie dann alle Schritte rechtzeitig in die Wege leiten, nicht daß Sie einen Zeipunkt o.ä. verpassen und das Brennrecht geht verloren.

    Eintrag Nr. 532:

    Ich habe mir ein Eichenfässchen 3, 5 l aus Ungarn mitgebracht und habe es mit 50 % Mirabellenbrand gefüllt.
    Frage: Wie lange sollte ich den Schnaps im Fässchen lassen? Oder sollte ich den Schnaps erst auf 40 % runtersetzen?
    Wird durch die Lagerung im Fässchen das Aroma milder?
    Mit freundlichen Grüßen Peter Mülich


    Peter Mülich, Gießen
    24.Apr.2003 21:48:05


      Die Lagerung im Eichenfaß sollte doch mindestens 3 Jahre dauern. Es ist gut, daß Sie den Schnaps nicht weiter herunterverdünnt haben, denn durch die lange Lagerzeit verdunstet ein Teil des Alkohols, er wird so ohnehin schwächer. Sie sollten bei 40-43%vol auf alle Fälle die Lagerzeit beenden, sonst wird es zu wäßrig. Das Aroma wird durch die Lagerung milder, allerdings gehen Geschmackfehler und Schärfe, die durch falsche Destillation oder schlechte Maische entstanden sind, auch bei der Lagerung nicht weg.

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