Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 404:

    Nachtrag zu Beitrag 403
    Gären tut es schon seit 5 Wochen und mit den 5 cm meinte ich Flüssigkeit. Passt es dann immer noch? Das Fass steht in der Garage. Wie mache ich einen Gärstarter? Eine Mail mit Anleitung wäre nicht schlecht.
    Besten Dank


    Ranger, Deutschland
    31.Okt.2002 17:04:11


      Nach 5 Wochen kann die Gärung durchaus schon zu Ende sein. Welche Temperatur haben Sie in der Garage? Fällt diese nachts unter 15°C, wird die Gärung sicher gestoppt.
      Gärstarter: 2 Liter lauwarmes Wasser, 300 g Zucker und 10 g Turbohefe zusammengeben. Sobald die stürmische Gärung beginnt, zur Maische dazugeben (Gärstartermenge ca. 10% der Maischemenge)

    Eintrag Nr. 403:

    Hallo Dr.,
    ich hätte da mal eine Frage: Wir haben Willi-
    Birnen eingeschlagen und es auch ganz schön gegärt. Seit ein zwei Tagen nun blubbert es kaum noch im Fass und es steht so etwa 5 cm oben. Ist diese Menge normal (120l Fass 3/4 voll) oder muss es mehr sein. Wenn es mehr sein muss und die Gärung nicht mehr regelmäßig kann diese wieder in Gang bringen? Wenn ja wie?


    Ranger, Deutschland
    30.Okt.2002 17:39:11


      Daß das Faß zu dreitviertel voll ist, ist vollkommen richtig. Wie lange gärt es bereits? Mehr als 2-3 Wochen, so kann es durchaus sein, daß die Gärung schon zu Ende geht. Daß der Fruchtkuchen oben ca. 5 cm hoch steht, spricht für eine intakte Gärung. Ist einmal die heftige Gärung (= die ersten 3-4 Tage) vorbei, so verlangsamt sie sich.
      Weiterer Gründ: evt. haben Sie nun eine kältere Temperatur als vorher (niemals unter 15°C, auch in der Nacht!)
      Sollte die Gärung vorzeitig stoppen, so müssen Sie unbedingt einen Gärstarter machen, nur neue Hefe hinzugeben nützt da gar nichts. Daß die Gärung zu Ende ist merken Sie daran, daß im Faß nur mehr eine klare Flüssigkeit zu sehen ist, alle festen Bestandteile sind zu Boden gesunken.

    Eintrag Nr. 402:

    Hallo

    Also, ich hab da wohl ein kleines Problem....
    Ich habe mir ein 20L-Maische-Faß mit Gährspund besorgt (NEU), mit heißem Wasser ausgespült und dann eine 6 kg Zucker-Wasser-Mischung mit Turbohefe angesetzt.

    Die Gährung ist jetzt abgeschlossen und die Suppe ist milchig trübe und riecht ein bissel nach Apfelwein!?

    1. Ist das so normal? glaube nicht...
    2. Ist dort eine Fehlgärung entstanden?
    3. Kann ich die Suppe noch retten (Aktivkohle,
    Destilieren) oder muß ich sie wegschütten?


    Freue mich schon auf ihre Antwort

    Grüße an alle...


    schmittchen, Deutschland
    30.Okt.2002 10:58:09


      Die Suppe ist milchig trüb, weil die Hefen noch herumschwimmen, das ist ein Zeichen dafür, daß die Gärung noch nicht ganz zu Ende ist. Die Maische sollte evt. nach Hefe riechen, aber Apfelwein erscheint mir komisch. Kontrollieren Sie das Ablaufdatum der Hefe! Außerdem gibt es verschiedene Turbohefe-Arten, ich weiß nicht, ob Sie dieselbe verwenden wie wir anbieten. Daran kann es natürlich auch liegen.

    Eintrag Nr. 401:

    Hallo Herr Schmickl
    in der Schule machen wir grade Projektunterricht und müssen Korn mit ethanol herstellen. wie machen wir das?


    klarissa Bayer, Deutschland
    29.Okt.2002 14:25:03


      Korn ankeimen lassen, die kleinen Keime trocknen, mehrmals mit 90, 80 und 60°C heißem Wasser übergießen, dann Hefe zugeben, gären lassen und destillieren. Prinzip ist sehr einfach, Praxis eher schwierig, (Frucht-)Zuckervergärung ist viel einfacher.

    Eintrag Nr. 400:

    Hallo Herr Schmickl
    Habe leider ohne Erfolg versucht, 9%igen Wein mit Gärstarter auf 14% hoch zu bekommen. Zucker wurde gemäss der Tabelle in Ihrem Buch zugegeben. Ist der Wein ( Tetrapack ) evtl. geschwefelt und wird somit nicht gären?


    Michael, Deutschland
    29.Okt.2002 11:02:55


      Schwefel (in Form eines Sulfitsalzes) wird dem Wein unter anderem zugegeben, um die Gärung zu stoppen und z.B eine Restsüße zu erhalten. Daher halte ich Ihre Vermutung, daß der Schwefel am Nichtfunktionieren schuld ist, für sehr wahrscheinlich.

    Eintrag Nr. 399:

    zu 389: silikonschlauch bekommt man auch im modellbaubedarf- dort wird er als kraftstoffschlauch verwendet...

    thomas, bayern
    27.Okt.2002 01:00:59


      Danke für die Info, dort hätte ich sicher nie gesucht!
      ;-)

    Eintrag Nr. 398:

    Hallo Dr. Schmickl,
    habe Ihr Buch mit größtem Interesse gelesen. Nun möchte ich mir eine Anlage selber bauen. Meine Frage richtet sich nach dem Intensivkühler auf Seite 113. Die die ich gefunden habe, bei denen läuft die Kühlung durch die Spirale oder kann ich auch einen nehmen der ohne Spirale gekühlt wird? (Reine Preisfrage) Bitte um Antwort
    Grüße an alle Schwarzbrenner


    Markus, Deutschland
    25.Okt.2002 19:28:40


      Läuft das Kühlwasser durch die Spirale, so ist das auch ok. Ein Intensivkühler wird im Gegensatz dazu doppelt gekühlt: Spirale und Mantel. Wollen Sie einen Kühler ohne Spirale - also nur Mantelkühlung - dann müssen Sie aufpassen, daß die Wirkung ausreicht, um den Alkoholdampf zu kondensieren. Diese Kühler eignen sich eher für Flüssigkeiten mit hohen Siedepunkten (über 150°C). Wichtig dabei: da die Kühlleistung geringer ist, müß der Kühler auf alle Fälle länger sein, da wird sich dann die Kostenersparnis nicht mehr rechnen, soweit ich weiß.

    Eintrag Nr. 397:

    dashätteichaucheigentlichvorhinschonfragenkönnen...

    Mit welchem Zielalkoholgehalt kann ich bei einer Zwetschgenmaische mit Reinzuchthefe ohne Zusatz von Zucker rechnen?

    lg, uwe


    uwe, Deutschland
    24.Okt.2002 23:01:51


      Das hängt vom Fruchtzuckergehalt der Zwetschken ab (diesen können Sie mit einer Oechsle-Spindel oder Refraktometer bestimmen, allerdings darf die zu messende Flüssigkeit dabei keinen Alkohol enthalten). Wenn die Hefe den Zucker restlos aufgefressen (und zu Alkohol umgewandelt) hat, stirbt sie ab, sie verhungert einfach. Je nach Sorte und Reifegrad der Früchte reicht bei Zwetschkenmaischen der Fruchtzuckergehalt für etwa 7 bis 9%vol Alkohol aus.

    Eintrag Nr. 396:

    Hallo.

    Ich habe bei einer Zwetschgen Maische mittels Blaulauge einen Wert von ca. 6,5 Gramm Säure pro Liter gemessen. Wie rechne ich das jetzt in einen ph Wert um? Gibt es eine Tabelle dafür?

    Gruß, Uwe


    uwe, Deutschland
    24.Okt.2002 22:40:58


      Der pH-Wert ist nicht von dem durch Titration festgestellten Säuregehalt abhängig, sondern von der Menge/Art/Wechselwirkung der unterschiedlichsten Säuren in einer Maische. Der Säuregehalt darf also nicht mit dem pH-Wert (Säuregrad) gleichgesetzt werden, da einige Stoffe in der Maische alkalisch wirken und damit den Säuregrad abschwächen. Deshalb können zwei Maischen mit gleichem Säuregehalt zwei verschiedene pH-Werte aufweisen.
      Bitte beachten Sie außerdem, daß die Angabe des Säuregehaltes (in g Säure pro l) von der Wein- bzw. Maischeart abhängt:
      Weintraubenwein: Weinsäure
      Kern- und Steinobst-Weine: Apfelsäure
      Beerenobst-Weine: Zitronensäure
      Weiters ist die Titration (langsam Zutropfen bis ein Farbumschlag erfolgt) einigermaßen mühsam. Da ist die pH-Wert-Bestimmung wesentlich einfacher: Indikatorstäbchen eintauchen, Wert ablesen, fertig.

    Eintrag Nr. 395:

    Hallo Dr. Schmickl
    Na ja sie kennen das ja schon, aber ich sage es trotzdem ihre literatur ist super. aber nicht nur das, man merkt sie sind kein abzocker sondern ehrlich bei der sache.
    habe eine frage: braucht der multitopf kein thermometer? im bild(buch) sind die verbindungen multitopf-kühlspirale aus kunststoff.aber im buch sagen sie es muss aus metal sein. Und soll die kühlspirale aus kupfer oder edelstahl sein? den der multitopf ist ja auch aus edelstahl.
    Danke
    P.S. mein deutsch ist nicht so gut, bin in u.s aufgewachsen.


    Andre Piller, Deutschland
    24.Okt.2002 17:59:19


      Danke! Doch, der Multitopf braucht auch ein Thermometer. Im Buch (Foto) hat der Multitopf hinten einen Biersudkocher dabei, dieser eignet sich nicht als Kühler zum Destillieren, er muß erst umgebaut werden. Bei Alkoholdestillationen dürfen keinerlei Verbindungen, mit denen der Alkohol in Kontakt kommt, aus Kuststoff sein, nur Silikon ist erlaubt. Alles andere würde sich auflösen. Die Kühlspirale kann aus Kupfer, Edelstahl, Glas oder anderen Lebensmittelechten Metallen sein.

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