Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 158:

    Hallo Helge !
    Tony Acklands beschreibt auf seiner HP ziemlich genau die Reflux Methode (Rücklaufdestille). Durch das oftmalige destillieren im Steigrohr wird natürlich ein höherer Alkoholgehalt erzielt. (So wie bei einer Topfdestille mit Verstärkerglocken)
    Aber wie schauts mit dem Geschmack aus ?
    Ist der wirklich besser wie eine einfach gebrannte Turbomeische ?
    Hast Du da erfahrungswerte ?
    Gruß Karl


    Karl Eiböck, Österreich
    20.Aug.2001 07:04:22


      Ich kenne diese Arbeitsmethode sehr gut. Das Ergebnis ist ein sehr hochprozentiger und reiner Alkohol. Vom Prinzip her werden mehrere 'normale' Destillationsvorgänge in einem Gerät (der Rektifikationskolonne) hintereinander durchgeführt, Sie haben somit keinen 'doppelt Gebrannten', sondern fünf-, zehn- oder zwanzig-fach destillierten Alkohol, je nach Höhe und Trennleistung der Kolonne. Durch diesen starken Trenneffekt wird aber auch das Aroma abgetrennt. Man sollte Rücklaufdestillationen (=Rektifikation oder 'reflux' in Englisch) nur zur Trennung bzw. Säuberung von Flüssigkeitsgemischen verwenden. Beim Schnaps darf die Trennung mit Absicht nicht zu gut sein, da Sie sonst mit z.T. erheblichen Aromaverlusten rechnen müssen. Im Extremfall erhalten Sie einen komplett geschmacklosen Alkohol. Beste Methode: hochgradige Maischen (mit mindestens 12%vol, der hohe Alkoholgehalt verstärkt außerdem das Aroma der Maische, da das Extraktionsverhalten viel besser ist) herstellen und EINMAL mit einer 'normalen' Destillationsapparatur überdestillieren. Durch den hohen Alkoholgehalt der Maische erhalten sie dann bereits 49% oder mehr, je nach Alk.gehalt in der Maische.

    Eintrag Nr. 157:

    Sehr geehrter Hr. Schmickl,
    in einem Beitrag über den Selbstbau einen Brennanlage schreiben Sie, die Kupferrohre sollen mit Silberlot gelötet werden. Im Wasseranlagenbau wird angeblich nur noch weich gelötet, um das Kupfer nicht zu stark zu erwärmen (Verhinderung von späterer Oxydbildung).
    Ist von einer Verwendung von Zinn abzuraten?
    Vielen Dank für die Antwort
    H.J.Diercks


    Hans-Jürgen Diercks, Deutschland
    19.Aug.2001 16:13:45


      Für Alkoholdestillationsanlagen sollte man Kupfer nur mit Silberlot bearbeiten. Wird Zinn verwendet, so löst der heiße Alkoholdampf aus diesem Substanzen heraus, die das Destillat leicht gelblich färben und sicher nicht gesund sind.

    Eintrag Nr. 156:

    Îch habe in der nächsten Woche die Möglichkeit Mirabellen zu pflücken, und möchte diese einmaischen und dann brennen. In Ihrem Buch habe ich gelesen, wie man vorgehen soll, nur habe ich nun eine Testmaische angesetzt und diese ist komplett mit Schimmel bedeckt, kann das so richtig sein ??

    Mark klusmann, Deutschland
    19.Aug.2001 14:43:45


      Wenn Sie Schimmel auf der Maische haben, müssen Sie diese wegwerfen, da kann man nichts mehr retten. Wenn Sie neue Mirabellen haben, dann verarbeiten Sie diese zu Brei und geben SOFORT Reinzuchthefe dazu. Ohne Zuckerzugabe erreichen Sie in der Maische ca. 5-8%vol. Eine Maische mit einem so niedrigen Alkoholgehalt müssen Sie SOFORT nach der Vergärung brennen, sonst schimmelt/fault sie. Erst ein Alkoholgehalt von >15%vol stellt sicher, daß die Maische nicht schimmelt und auch nicht sofort verarbeitet werden muß.

    Eintrag Nr. 155:

    Ich möchte eine Traubenbrand brennen aus dem ein Ouzo wird. Was und in welchen Mengen muss ich alles in die Brennkammer geben, dass das Ergebnis einem guten Ouzo oder Uzo ähnelt.
    Ich möcht eine Maischemenge von 140 Litern weissen Trauben ansetzen.
    Ich bitte um Informationen an Guenter.Handwerker@emailbox.de


    Günter Handwerker, Deutschland
    12.Aug.2001 18:54:31


      Ouzo oder Raki ist ein Anisschnaps. Beim letzten Seminar haben wir einen wunderbaren Anisgeist hergestellt, der genauso wie Ouzo/Raki schmeckt (und bei Wasserzugabe auch trüb wird): wir haben Weißwein in den Kessel gegeben und im Dampfraum in den Aromakorb Anis (ganz) von Supermarkt. Einfach destillieren, Sie werden begeistert sein. Auf 1,5 Liter Wein haben wir 50-75 ml Anis in den Korb gegeben (je mehr, desto intensiver der Geschmack).

    Eintrag Nr. 154:

    Hallo Herr Schmickl,
    Bitte beantworten Sie mir folgende Frage:
    Um selbstgebrannten Schnaps zu verdünnen muß man
    Spezielles Wasser nehmen.Ist es unschädlich destilliertes Wasser zu nehmen? oder wie kann ich mein Wasser selbst zubereiten?
    Gruß Kurt Roehrig


    Kurt Roehrig, Deutschland
    10.Aug.2001 14:36:53


      Zum Verdünnen verwendet man entmineralisiertes Wasser. Dieses findet man in Baumärkten, denn es kommt auch bei Bügeleisen und Autobatterien zum Einsatz. Echtes destilliertes Wasser wäre zu teuer. Reines destilliertes Wasser beinhaltet keine Mineralien mehr. Trinkt man dieses, so bekommt der Körper keine Nährstoffe. Destilliertes Wasser ist also unschädlich, man sollte allerdings bei großen Durst unbedingt auch Mineralien zu sich nehmen.
      Sie können dest. Wasser selbst herstellen, indem Sie es in Ihrer Anlage destillieren. Nachteil: durch den Energieaufwand kommt Ihnen dieses teueres als das notwendige demineralisierte Wasser.

    Eintrag Nr. 153:

    Hallo Herr Schmickl,

    bei der intensiven Studie Ihres Buches sind mir einige Fragen gekommen. Es wäre nett wenn Sie mir diese beantworten könnten.

    1. In Ihrem Buch (S.69) schreiben Sie, daß die Maische während der Gärung nur über den Gärspund mit der Außenwelt verbunden ist, wegen der Bakterien. Wie drücke ich dann alle 4 Tage den Fruchtbrei mit einem Holzlöffel unter? Und kann ich das Gärfaß öffnen um den Zucker hinzuzugeben? Ist der Kontakt der Maische mit dem Sauerstoff nicht so schlimm?

    2. Auf Seite 51, in Ihrem Buch, empfehlen Sie Gärfix, welches aus Reinzuchthefe und Enzymen besteht. Muß ich dann trotzdem noch Reinzuchthefe hinzugeben wenn ich Gärfix verwende? Ist die Mengenangabe von ca. 30 ml für 100 Liter Maische immer gleich oder hängt die Hefemenge auch von der Frucht ab?

    Ganz schön viele Fragen aufeinmal, aber ich bin erst Änfänger.
    Mit bestem Dank im voraus!!!


    Timm Stötzel, Deutschland
    08.Aug.2001 19:31:09


      1. Natürlich können Sie während der Vergärung das Faß alle paar Tage kurz öffnen, das ergibt keine Problem. Bei der Vergärung entsteht ein Gärgas, nämlich CO2, und dieses treibt die Luft sofort wieder aus dem Gärfaß, wenn Sie den Deckel schließen. Übrigens: für die Maische ist nicht die Luft bzw. der Sauerstoff schädlich, sondern die Bakterien, die sich in der Luft befinden. Diese führen nämlich zu Fehlgärungen.
      2. Das Gärfix (möglicher Alkoholgehalt ca. 12%vol) besteht aus Hefen, Nährsalzen und meist auch noch aus Verflüssiger. Wenn Sie dieses verwenden, brauchen Sie keine zusätzliche Hefe mehr zugeben. Die Turbohefe (möglicher Alkoholgehalt >20%vol) besteht aus Hefe und Nährsalzen, hier empfiehlt sich zusätzlich ein Verflüssiger. Sherryhefe (möglicher Alkoholgehalt max. 16%vol)ist nur eine reine Hefe. Hier müssen Sie Nährsalze zugeben, sowie Verflüssiger.

    Eintrag Nr. 152:

    Sehr geehrter Dr. Schmickl,
    nach Lage der Dinge ist selbst das Brennen mit einem 2l Kessel in Deutschland illegal. Alle meine Versuche im Internet etwas über die Gesetze und Verordnungen des Schnapsbrennens herauszufinden waren vergeblich. Ein Mail an das Zoll-Info-Center in Frankfurt wurde scheinbar nur von der dortigen Putzfrau beantwortet. Das Brandweinsteuergesetzt von 1886 scheint es nur in einer Antiqitätenbuchhandlung zu geben.
    Jetzt interessiert mich das illegale Ausmaß hier. Wieviele Ihrer Bücher (eins habe ich) und wieviel ihrer Brennkessel habe Sie in/nach Deutschland verkauft??
    Wenn jemand ausser Dr. Schmickl Informationsmaterial für mich hat, wäre das nett.


    Dirk, Deutschland
    06.Aug.2001 21:35:06


      Seit wann sind Bücher illegal? Wäre mir neu!! Wir verfügen über kein 'illegales Ausmaß'.

    Eintrag Nr. 151:

    Sehr geehrter Herr Dr.,

    mein Freund und ich sind seit einigen Jahren passionierte Liqueur- und Whiskeytrinker!

    Zudem verfügen wir über einschlägige Erfahrungen mit dem Einmaischen und ansetzen von Obstbränden und deren weiteren Verarbeitung zu schmackhaften Liqueuren!

    Hier nun unsere Frage:

    Da wir auch dem Genuss von Whiskey nicht abgeneigt sind, würde es uns brennend interessieren, ob es möglich ist, in einer gewöhnlichen Schnapsbrennerei für Obstbrände, Whiskey zu brennen?

    Falls Ja, was wäre bei dieser Prozedur, Ihrer Meinung nach, zu Beachten?

    Über eine positive Rückantwort diesbezüglich würden wir uns sehr freuen, da die einschlägige Fachliteratur zu diesem Thema wenig aussagekräftig ist. Somit verbleiben wir

    mit freundlichen Grüssen

    G.Franzen & M.Dietzen


    Gerhard Franzen, Deutschland
    02.Aug.2001 10:28:53


      Sie können mit einer gewöhnlichen Schnapsbrennerei Gerstenbrand herstellen. Die Einmaischprozedur ist allerdings anders als bei Obstmaische. Gerste müssen Sie zuerst einmalzen, dann entsteht das Enzym (Amylase), das die Umwandlung der Stärke zu Zucker ermöglicht. Jetzt erst findet die Vergärung statt. Die Destillation selbst unterscheidet sich nicht von der herkömmlichen Schnapsdestillation. Aber nun haben sie noch keinen Whiskey, nur Gerstenbrand. Dieser darf sich erst Whiskey nennen, wenn er mindestens 3 Jahre in einem Portweinfaß gelagert hat.

    Eintrag Nr. 150:

    Hallo, Herr Dr. Schmickl,

    aus eingemaischten Himbeeren hats beim Brennen einen sehr aromatischen Himbeerschnaps gegeben. Hab das gleiche mit Brombeeren versucht, (aber der Wein davon schmeckt super!), leider kommt da fast kein Aroma mit. Ist das bei Brombeeren normal, gibts da nen besonderen Trick, oder hab ich was falsch gemacht?

    vielen Dank und liebe Grüße, Leo


    Leo, Deutschland
    01.Aug.2001 08:55:40


      Brombeeren sind leider so. Sie schmecken als Wein und auch angesetzt hervorragend, aber beim Destillieren kommt kaum ein Aroma mit. Versuchen Sie einmal folgendes: Füllen Sie den Aromakorb mit so viel wie möglich frischen Brombeeren, die Maische geben Sie in den Kessel und destillieren wie gewohnt. Diese Kombination ergibt die höchst mögliche Aromakonzentration.

    Eintrag Nr. 149:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    wir sind eine Fa. in D und suchen dringend ein Brennrecht für Deutschland. Falls Sie Informationen haben, wo Brennrechte in D veräußert werden, bitten wir um Ihre werte Kontaktaufnahme.
    Danke


    Fa Litex, Deutschland
    31.Jul.2001 18:44:42


      Weiß ich leider nicht.

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    Design und Implementierung:
    Helge Schmickl