Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 1657 von 4301:

Hallo Herr Schmickl,
ich habe bislang meine hochprozentige Maische vergären lassen und anschließend einmal destilliert. Jetzt nervt meine Frau und erzählt mir etwas von Raubrand/Rohbrand usw. und ich soll jetzt doppelt brennen. Im Internet und veschiedenen Foren habe ich bislang unterschiedliche Darstellungen bekommen. Sie als Fachmann können mir sicherlich die richtige Antwort geben.
Hoffentlich brauche ich keinen Kniefall vor meiner Frau vollziehen.
Herbert


Herbert, Oldenburg
25.Sep.2004 00:26:30


    Vorschlag: machen Sie eine hochgradige Maische, die einfach gebrannt wird, und eine herkömmliche Maische, die doppelt gebrannt wird (also Roh- und Feinbrand). Dann lassen Sie Ihre Frau kosten, danach sollte sich die Frage nicht mehr stellen. Es bringt nämlich nichts über dieses Thema herum-zu-theoretisieren, ein einfacher Versuch mit Kostprobe sagt mehr als tausend Worte, außerdem kann man nur auf diese Weise tiefe Überzeugungen ändern.
    Doppelt gebrannt wird nur aus einem einzigen Grund: herkömmliche Maischen haben einen zu geringen Alkoholgehalt, als dass bei einem Durchgang bereits zumindest Trinkstärke (mehr als 43%vol) herauskommt. Daher muss in diesem Fall ein zweites mal destilliert werden. Professionelle (Abfindungs-)brenner arbeiten mit Anlagen, die mit Verstärkerkolonnen o.ä. ausgestattet sind, damit gelingt es in einem einzigen Arbeitsgang eine herkömmliche Maische "zweimal" (innerhalb der Anlage) zu brennen. Die meisten Brände, wo "doppelt gebrannt" auf der Flasche steht wurden mit so einer Anlage nur ein einziges mal destilliert. Insbesondere Qualitätsbrenner arbeiten mit solchen Anlagen, denn angeblich soll der Aromaverlust geringer ausfallen, wenn mit einer Verstärkerkolonne "doppelt" gebrannt wird.
    Jeder Destillationsvorgang bringt Aromaverlust, weil die Trennung entsprechend der Siedepunktsverteilung der einzelnen Komponenten erfolgt. Je öfter destilliert wird, desto schärfer diese Trennung. Und da Aromastoffe nicht den selben Siedepunkt wie Ethanol haben, werden diese irgendwann auch abgetrennt. Machen Sie doch auch hier wieder einen Versuch: destillieren Sie Ihre hochgradige Maische nicht einmal, sondern z.B. fünfmal hintereinander. Beim zweiten Brand ist schon ein Unterschied bemerkbar, der immer deutlicher wird, je öfter Sie destillieren.
    Fazit: Kniefall ist keiner notwendig, recht hat sie aber in Bezug auf herkömmliche Maischen. Da geht's nicht anders.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl