Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 1877 von 4267:

Liebe Frau Malle, lieber Dr. Schmickl
vorab großen Dank für Ihr Buch (und das Ihres Vaters) und diese Seiten, die wahrlich wunderbare Startbahnen für Neubrenner darstellen. Ihre Antworten wären dann die Landebahnen. Meine Brennanlage ist ein Multitopf mit angelötetem Kupferrohr, 13 cm Steigrohr, 35 cm Geistrohr und Kupferkühler, der das Destillat mit 14°C entläßt. Heizung Propangasherd, gut zu regeln. Zwei meiner am Wochenende hergestellten Brände haben einen Mangel (der dritte, Johannesbeerbrand, ist vorzüglich - optisch wie geschmacklich). Die Maische wurde extrem sauber hergestellt. Die Anlage, nach dem letzten Brand mit Föhn getrocknet und trocken gelagert, wurde mit viel heißem Wasser gespült, das Wasser und das Destillat kamen absolut klar heraus, bei zwei Bränden (Birne 10% und Brombeere 18%) wurde es gegen Ende leicht trüb und hatte einen sehr leichten Blaustich.
Frage 1 - Ist die Trübung auf die Fuselöle des Nachlaufes zurückzuführen? Kann der Blaustich vom Kupfer herrühren? Falls ja, durch was kann - gegen Ende der Destillation - eine chemische Reaktion mit Kupfer ausgelöst werden? Der Birnenbrand hat im Mittellauf pH 4,5, warum so sauer? Ist das Destillat noch mit Aktivkohle und einem erneuten Brand zumindest als Reinethanol für Ansätze zu retten?
Frage 2 - Die Dichtung des Topfes ist grau, das Steigrohr befindet sich am Rande des Deckels im gleichen Abstand wie das Saftrohr. Der Stahl und die Dichtung in der Nähe des Steigrohres sind nach jedem Brand dunkel verfärbt, wie verbrannt, was sich am Stahl entfernen läßt, nicht jedoch auf der Dichtung. Fehler? Schädlich?
Vielen Dank für Ihre meisterliche Mühe!
Christoph aus Bayern


Christoph, Bayern
07.Dez.2004 12:55:41


    ad 1: Wenn Sie die Destillation bei 91°C beenden, wird kein Nachlauf in das Destillat kommen. Weiße Trübungen treten bei einigen Fruchtsorten auf, können abfiltriert werden, eine blaue Trübung weist aber auf Metalle hin, d.h. Sie könnten in der Anlage Grünspan haben. Reinigen Sie die Destille mittels einer Weindestillation. pH 4,5 ist nicht zu sauer, das ist OK, dieser Bereich ist zu hoch um Kupfer aufzulösen. Bei Blaufärbung sollten Sie das Destillat verwerfen.
    ad 2: Wenn ich Sie richtig verstehe haben Sie direkt auf den stählernem Deckel vom Multitopf das Kupferrohr angelötet. Da das eine Metall unedler ist als das andere, baut sich, vorallem in einem schwach sauren Milieu, ähnlich wie bei einer Batterie ein redox-Potential auf. Mit dem Effekt, dass das eine Metall "aufgefressen" wird und sich am anderen als Salz ablagert. Die schwarze Farbe entsteht durch die enorm kleinen Korngrößen dieser Salz"körner". Dieser redox-Effekt würde auch den Blaustich vom Destillat erklären (weil dieses Salz im Destillat gelöst ist). Wegen der sehr glatten Oberfläche vom Stahl läßt sich diese Ablagerung von dort viel leichter entfernen als von der Dichtung.
    Fazit:
    Statt dass Sie das Kupferrohr anlöten, sollten Sie es verschrauben und als Dichtung/Isolierung zum Stahl ein Teflonband (Gewindedichtband vom Baumarkt) benutzen. Dann sollte es keine schwarzen Ablagerungen mehr geben und der Blaustich sollte auch weg sein.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl