Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 1894 von 4260:

Sehr geehrter Herr Dr.
Seit kurzem bin ich auch ein Fan des ´Selbstgemachten.Dank Ihres Buches bekommt man ja auch gute Unterstützung.Ich probiere zur Zeit einiges aus ,bin aber mit den Ergebnissen nicht so zufrieden. Ich habe einen 15L kessel, das Steigrohr ist ca.10 cm hoch,das Geistrohr ca 55 cm lang. Beide haben einen Innendurchmesser von 30 mm (Kupfer). Das Geistrohr ist nach unten geneigt und mit einem größerm Rohr (Kupfer) ummantelt (Kühlung). Der Auslauf ist auf 15mm verjüngt. Die Anlage ist weichgelötet aus lebensmittelechtem Material. Zum Säubern habe ich 5mal mit gekauftem Wein destilliert. Die Anlage reinige ich nach jedem Brennen mit normalem Spülmittel. Ist das ausreichend?
Als erstens habe ich Sauberkirsche gebrannt. Von 7l Maische (16%) habe ich 2l Edelbrand bekommen. Von der Ausbeute habe ich mir allerdings mehr versprochen. Mit der Qualität war ich recht zufrieden.
Mein zweiter Brand war Pflaume. Das Ergebnis war erschreckend. Obwohl ich jede Pflaume gesäubert, jede schlechte Stelle weggeschnitten habe und jeden Stein kontrolliert habe, war der Vorlaufabtrennungstest sehr negativ. Erst ab 87 Grad konnte ich das Destillat verwenden. Ich habe dann festgestellt, daß ich in der Maische etliche Steine geöffnet haben. Wäre es deshalb nicht besser, die Steine erst garnicht mit einzumaischen? Vorsichtshalber habe ich den Rest der Maische verworfen.
Nun aber zu etwas, was ich überhaupt nicht verstehe. Ich habe am 26.10. nach Ihrem Rezept aus dem Buch geschmacklosen Alkohol angesetzt. Als Gefäß habe ich wie bei allen Maischen ein Getränkefaß mit aufgesetztem Gärspund und Turbohefe verwendet. Heute habe ich 10l (16%) destilliert. Als Ausbeute erhielt ich 2l Alkohol (64%) und 1l Nachlauf. Wieder nicht doll, oder??? Vorsichtshalber machte ich auch einen Vorlaufabtrennungstest. Auch er war unbefriedigend. Ab 85 Grad konnte ich das Destillat verwenden. Normalerweise dürften doch bei Wasser, Zucker und Turbohefe gar keine Schadstoffe entstehen. Oder??? Beim Gärverlauf (17 Grad) habe ich auch nichts Auffälliges bemerkt. Jetzt weiß ich nicht mehr weiter. Die Gärzeit müßte doch ausgereicht haben? Ich wäre Ihnen sehr dankbar für ein paar Tipps, wünsche frohe Feiertage und verbleibe
mfg
Rainer Kallweit


Rainer Kallweit, Sachsen-Anhalt
19.Dez.2004 19:41:33


    Weichgelötete Anlagenteile sind zum Schnapsbrennen nicht geeignet. Nach dem Brennen mit Spülmittel zu reinigen ist in Ordnung.
    Damit der Vorlauftest ein positives Ergebnis zeigt, müssen Sie Fehlgärungen gehabt haben, das hat nichts mit den Steinen zu tun. Eventuell ist Ihre Hefe nicht sofort angesprungen und es kam zu Fehlgärungen (ich nehme doch an, daß Sie Hefe verwendet haben?).
    Steine sollten niemals zerstört in der Maische lagern, Sie haben recht, die Maische sollte verworfen werden. Ohne Beschädigung beim Zerkleinern hatten wir nie ein Problem, daß sich die Kerne öffnen. Wenn das bei Ihren Früchten jedoch der Fall ist, sollten Sie ohne Kerne einmaischen.
    Bezüglich Ihrer Ausbeute: Sie beenden die Destillation viel zu früh, als Ergebnis einer 16%vol Maische erhalten Sie ca. 53%vol Destillat, dann ist auch die Menge mehr. Richtig, bei Wasser-Zucker kommt es zu keiner Vorlaufbildung, auch hier muß es bei Ihnen zu Fehlgärungen gekommen sein (eventuell durch späten Start der Hefe), das hat nichts mit der Gärzeit zu tun.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl