Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 2116 von 4290:

Hallo Herr Dr. Schmickl,
erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem gelungenen Forum vielen Dank für die vielen Anregungen, die man daraus entnehmen kann.
Gerade bin ich an meinen ersten Versuchen mit der Brennerei und (während die Destille läuft ;-) ergeben sich die ersten Fragen:
1. Für den ersten Versuch habe ich eine Maische aus 5kg Zucker, 1,5kg geschnitzelten rohen Kartoffeln, 15l Wasser und 125g Backhefe genommen (weiß nicht mehr, wo das Rezept her ist). Das ganze hatte ich vor 4 Wochen angesetzt und knapp 10% Alkoholgehalt erhalten. Ist das Verhältnis so o.k.?
2. Ich konnte den "UHU-Geruch" nicht wirklich feststellen, habe aber trotzdem bei reichlich 5l Volumen ca 4cl Vorlauf abgetrennt, auch weil die Anlage neu ist. Tritt bei dieser Maische überhaupt Vorlauf auf?
3. Beim "Wassertest" in der Destille zeigte das Thermometer exakt 97°C. Ich wohne in ca 480m Höhe über NN. Direkt ins kochende Wasser gehalten zeigte es eine Temperatur von 98°C. Ich denke mit 1° Differenz kann man leben bzgl. der Einbauposition?
4. Muß jetzt bei der Nachlaufabtrennung schon bei 88° begonnen werden, also 91° minus 3° Differenz, oder erst bei 90°? Ab reichlich 89° roch das Destillat beim ersten Durchgang schon muffig, habe da also aufgehört.
5. Gerade habe ich festgestellt, daß der zweite Durchlauf schon wesentlich besser schmeckt, das schiebe ich aber auf evtl. Verunreinigungen der neuen Anlage. Gibt es ein wirksames Reinigungsmittel für Cu-Anlagen?
6. Wieviel Destillat sollte aus 5l der o.g. Maische herauskommen?
Viele hoffnungvolle Grüße
Hans-Peter


Hans-Peter, Sachsen
23.Mai.2005 20:18:07


    Danke.
    ad 1: Wenn Sie Kartoffeln (also Stärke) vergären wollen, brauchen Sie Amylase oder aktives Malz, bei Ihnen wurde nur der Zucker vergoren.
    ad 2: Wenn die Kartoffeln tatsächlich gegoren haben, kann auch Vorlauf entstanden sein.
    ad 3: Ja, das ist OK.
    ad 4: Nein, Nachlauf bei 91°C abnehmen. 89°C sind viel zu früh, der "muffige" Geruch war etwas anderes.
    ad 5: Destillieren Sie einmal mit geschwefeltem Wein um die Anlage zu reinigen.
    ad 6: ca. 450 ml, berechnet auf 43%vol (entspricht einem Alkoholgehalt von 5%vol in der Maische).
    Anmerkung:
    Ihren Angaben zufolge waren 333 g/l Zucker enthalten, dies entspricht im voll ausgegorenen Zustand ca. 17%vol Alkohol (siehe "Zucker-Alkohol-Rechner"). Soviel Zucker kann von der Backhefe jedoch nicht verarbeitet werden, sie stirbt bereits bei maximal 7%vol ab. Nur Turbohefe kann so einen hohen Alkoholgehalt erzeugen. Je mehr Zucker in der Maische gelöst ist, desto größer ist der Messfehler vom Vinometer. Aufgrund des hohen Restzuckergehaltes würde ich also schätzen, dass der Alkoholgehalt statt 10%vol nur ca. 5%vol beträgt.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl