Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 224 von 4278:

Sehr geehrter Herr Schmickl,
ich habe mit Interesse Ihre Bücher über Schnapsbrennen und Weinzubereitung gelesen.
Aus grundsätzlicher Neugierde ein paar Fragen :
(A) Aus meiner Chemiestudienzeit habe ich u.a. noch einen 10 L Heizpilz mit Borosilikatkolben und div. Kühlern(Claisenbrücke, Vigrieuxkolonne). Kann man in Glasgeräten grundsätzlich Schnaps oder besser auch Geiste (Melissengeist u.a. ) erfolgreich brennen !? (B) Was hat es mit dem viel beschworenen Kupferkessel auf sich !? Kupfer soll ja katalytisch wirken und div. schädliche Stoffe zersetzen bzw. Sulfide und Peroxide binden. Könnte man den Kupferkessel durch Zugabe von Kupferfolie in Glasapparaturen simulieren ?
(C) Aus dem Studium kenne ich die Methode der Wasserdampfdestillation. Dabei werden durch Einleiten schwach überhitzten Wasserdampfes in eine Vorlage äth. Öle oder empfindliche hoch siedende Naturstoffe schonend abdestilliert. Kann diese Methode zur Bereitung hochwertiger Geiste oder auch von medizinisch nutzbaren Destillaten (Einreibungen) genutzt werden !? (D) Kann man trübe Kräuterextrakte brennen / destillieren, z.B. den myrrhehaltigen Schwedenkräuterextrakt od. entstehen dabei ungenießbare o. gar schädliche Destillate !?
Ihr Seminarangebot habe ich im Auge. Vielleicht sieht man sich. Ich halte mich streng an gesetzliche Vorschriften. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen oder wäre dankbar über eventuelle weiterführende Literaturhinweise. Mit freundlichen Grüßen U. B.


B ULRICH, Österreich Deutschland
19.Dez.2001 23:14:21


    A): Ja, natürlich können Sie in Glasgeräten Geiste, Maischen und Angesetzte brennen.
    B): Kupfer hat eine katalytische Wirkung, das ist richtig. Aber wenn die Brennanlage bzw. der Dom aus Kupfer sind, dann kommt nur ein sehr geringer Anteil des Dampfes mit dem Kupfer in Berührung. Aus diesem Grunde hat eine Anlage aus Kupfer keinen Vorteil. Um die katalytische Wirkung zu merken, müßten Sie schon einen Menge Kupferspäne in den Dampfraum geben.
    C): Ja, aber es geht einfacher. Sie brauchen keinen Dampf einleiten. Geben Sie in den Kolben geschmacklosen Alkohol, in den Dampfraum Kräuter, so entsteht ein Kräutergeist. Für ätherische Öle ersetzen Sie den Alkohol durch Wasser und geben wiederum in den Dampfraum die gewünschte Substanz. Wichtig dabei ist, daß die Substanzen nicht mit der Flüssigkeit in Berührung kommen, sich also nur im Dampfraum befinden. Bei der Wasserdampdestillation wird bis auf einen kleinen Rest (damit der Kolben nicht anbrennt) das gesamte Wasser überdestilliert. Anschließend schwimmt auf dem destillierten Wasser das ätherische Öl und kann mit einer Pipette, Spritze o.ä. gesammelt werden. Dieses Öl ist im Gegensatz zu den meisten käuflichen Produkten übrigens hochrein, ohne jegliche chemischen Zusätze.
    D): Wenn der Extrakt vorher genießbar war, so können Sie ihn Destillieren. Sind aber voher schon ungebießbare Substanzen enthalten, empfiehlt es sich nicht. Insbesondere, wenn diese Stoffe flüchtig sind, da die beim Destillieren natürlich auch ins Destillat gelangen.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl