Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 230 von 4258:

Hallo Herr Schmickl,
1.)nach mehreren Montageversuchen, die richtige Platziereung für mein hochwertiges Digitaltermometer (Messbereich bis 200°C)am Geistrohr zu finden ist noch nicht gelungen. Selbst an höchter Stelle, ca. 3cm über dem höchten Punkt (10 mm Rohraufsatz zur Aufnahme der Messspitze)des Geistrohres fallen beim destilieren des Edelbrandes Temperaturen von 93-96°C an. Das Geistrohr hat bei mir eine Länge von 30cm, mit einem Durchmesser von 15 mm. Von hier winkelt ein etwa 25 cm Silikonschlauch in die Kühlschlange ab.
Das Termometer ist geeicht.
Ist das Geistrohr zu kurz?
Reicht der Rohrdurchmesser nicht aus?

2.)Gibt es eine Faustformel zur Ermittlung des Alkoholgehaltes im Wein, wenn die destilierte Schnapsmenge und der Alkoholgehalt vorliegt?

Können Sie helfen, haben Sie einen Rat?
Gruß Hartmut


Hartmut Wilhelm, Deutschland
07.Jan.2002 19:55:50


    ad 1): Der Meßbereich Ihres Thermometers ist viel zu groß! Ein Bereich bis 110°C genügt vollkommen. Je größer der Bereich, umso ungenauer die Messung. Bei einem Digitalthermometer ist die Anzeige zwar sehr genau, darauf kommt es aber nicht an, sondern ausschlaggebend ist das Thermoelement dahinter. In welchem Bereich das Element wirklich genau mißt, hängt von der Art bzw. der verwendeten Legierung ab, dieser Bereich sollte bei der Spezifikation des Elementes immer angegeben sein. Die Anzeige wandelt dann nur noch die vom Element gelieferte Spannung in Zahlen um. Es wäre vorstellbar, daß dies der Grund für Ihre falsche Messung ist. (Wie haben Sie Ihr Thermoelement geeicht? Wasser kocht nur bei 1,0000 atm Luftdruck bei exakt 100,0°C)
    Der Temperaturbereich für die Edelbrandfraktion liegt ca. bei 81 bis 91°C (die Anfangstemp. hängt vom Alkoholgehalt IM Kessel ab, die Endtemp. ist in etwa immer dieselbe). Ihre Werte sind viel höher. Sollte es nicht am Thermometer liegen, so würde es bedeuten, daß in der Anlage ein leichter Überdruck herrscht, wodurch sich der Siedepunkt der Flüssigkeit natürlich auch erhöht (wie z.B. bei einem Druckkochtopf). Je höher allerdings die Temperatur, desto mehr Aroma- und Geschmacksstoffe werden zerstört, da diese sehr empfindlich sind. Dies hat zur Folge, daß der unangenehme Nachlaufgeschmack/geruch schon viel früher auftritt. Das Geistrohr mit 15mm Durchmesser ist prinzipiell in Ordnung. Sie haben aber mit dem 30cm langem Rohr und anschließend 25cm Schlauch einen sehr sehr langen Weg bis zur Kühlung, der zwangsläufig zu einem Druckaufbau führt (je länger und im Verhältnis dazu dünner eine Rohrverbindung, desto mehr Druckverlust hat dieser Anlagenteil). Sie sollten die Dampfleitungen so kurz wie möglich anlegen. Ich weiß jetzt natürlich nicht, wie groß der Kessel ist, aber es liegen bei Ihnen zwischen Kessel und Kühlung 55cm. Je größer der Kessel, desto mehr Dampf entsteht, wodurch sich natürlich auch der Druck erhöht, insbesondere, wenn der Dampf wegen der langen Leitungen nicht entweichen kann und sich somit 'aufstaut'.

    ad 2): Leider nicht, aus einem einfachen Grund: Es wird der Vor- und Nachlauf abgetrennt. Wie groß diese Mengen sind und welche Alkoholkonzentrationen sie haben, ist nachträglich nicht mehr nachzuvollziehen, vor allem sind diese Größen bei jedem Brennmeister und jeder Anlage sehr stark unterschiedlich. Prinzipiell funktioniert Ihre Idee natürlich schon, dazu müßte der Wein allerdings bis zur Trockene eingedampft, also zur Gänze überdestilliert werden, OHNE Vor- oder Nachlauf abzutrennen. Dann ist das Destillat zuckerfrei und kann mit einem Aräometer sehr genau bestimmt werden. Der Alkoholgehalt ist dann der selbe wie er im Wein gewesen ist.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl