Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 2517 von 4258:

Hallo Herr Schmickl,
ich habe bezugnehmend auf Eintrag 2515 noch ein paar Fragen:
Man nehme Buch, Seite 68, T-X-Y-Diagramm. Annahme ist, dass sich das Thermometer am Übergang zum Geistrohr befindet, jedoch wie anscheinend so oft vorkommend, nicht die korrekte Dampftemperatur misst. Ich sehe z.B. beim Herausziehen des Thermometers Flüssigkeitstropfen am Thermometer, die meines Erachtens theoretisch durch Rektifikationseffekte hervorgerufen werden. Möglicherweise verfälschen genau diese Vorgänge die Temperaturmessung.
Frage 1): Könnte dies sein?
Ich verstehe die Vorgänge so: Bei einer Anlage mit optimalem Thermometereinbau und einer optimalen Rektifikationsleistung erhalte die Taupunktkurve als Kurve zwischen angezeigter Temperatur und erhaltener Destillatkonzentration. Bei einer Anlage ganz ohne Rektifikationseffekte erhalte ich die Siedekurve.
Frage 2): Stimmt dies?
Wenn ja: Jede Anlage müsste also eine anlagenspezifische Kurve besitzen, die irgendwo zwischen Siede- und Taupunktkurve liegt. Ursache hierfür ist die nicht optimale Dampftemperaturmessung (s.o. Frage 1).
D.h. je nach Anlage habe ich in Abhängigkeit der Temperatur unterschiedliche Destillatkonzentrationskurven.
Diese Kurve kann man für jede Anlage während eines Destillationsvorgangs ermitteln (konstante Konzentrationsmessung).
Frage 3): Kann ich mit der gemessenen Destillatkonzentration meine Temperaturmessung korrigieren ("kalibrieren"), um die optimale Trennungstemperatur Edelbrand/Nachlauf anlagenspezifisch zu ermitteln?


steph, D
03.Jun.2006 13:07:09


    ad 1: nein
    ad 2: nein, das hat damit überhaupt nichts zu tun. Wird Dampf mit einer bestimmten Alkoholkonzentration abgekühlt, wird er ab einer gewissen Temperatur flüssig. Dies ist der Taupunkt. Wird dies mit unterschiedlichen Konzentrationen gemacht, ergeben diese Punkte die Taukurve. Wird hingegen Flüssigkeit mit einer bestimmten Alkoholkonzentration erhitzt, beginnt diese ab einer gewissen Temperatur zu sieden. Dies ist der Siedepunkt bzw. bei mehreren unterschiedlichen Konzentrationen ergibt sich daraus die Siedekurve.
    Bei Normaldruck siedet reines Wasser bei 100°C und reiner Ethanol bei 78,5°C. Bei einem Ethanol/Wasser-Gemisch ergibt sich die beschriebene Siede-/Taukurve. Diese Werte sind physikalisch vorgegeben. Sowohl die Siedepunkte der Reinsubstanzen wie auch T-X-Y Diagramme von (beliebigen) Stoffgemischen können in jeder Chemiebibliothek abgefragt werden. Selbstverständlich sind alle Siedepunkte, auch von Stoffgemischen, vollkommen unabhängig von der Anlagenkonstruktion. Oder anders ausgedrückt: Wasser kocht immer bei 100°C, egal welche Form der Topf hat in dem das Wasser kocht.
    ad 3: Natürlich kann man eine falsche Temperatur-Messung auf diese Weise "kalibrieren".

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl