Fachfragen zum Schnapsbrennen



Startseite
Destille und Zubehör
   Produktliste
   Produktbeschreibung
   Bestellformular
   Info zum Kesselkauf
Seminar
   Termine
   Programm
   Anmeldeformular
Bücher
Diskussion
Rezepte
Fotogalerie
Berechnungen
   Verdünnen
   Mischen
   Zucker Alkohol
Links
Kontakt
PRAXISBUCH
Schnapsbrennen als Hobby
PRAXISBUCH
Ätherische Öle selbst herstellen
PRAXISBUCH
Essig herstellen als Hobby
Eintrag Nr. 2555 von 4254:

Hallo Herr Schmickl
Habe letztes Jahr ende September 25 Kg Williams Birnen eingemaischt. Gemäss ihrem Buch habe ich Turbohefe und Zucker beigegeben. Die Maische erreichte 13%, nun ist diese im Keller in einem verschlossenem Kunstofffass gestanden.
Für die Brennung habe ich ein 2 Liter Anlage verwendet und ca. 3/4 gefült. In der Maische hatte es noch kleine Reste Fruchtstücke die ich mitbrannte.
Meine erste Brennung ergab nach ca. 50 ml Vorlauf
1. 100 ml 43 % Temp. 78° C
2. 100 ml 35 % Temp. 80° C
3. 100 ml 23 % Temp. 82° C
4. 100 ml 10 % Temp. 83° C
anschliesend habe ich den Vorgang abgebrochen
Die ersten 100 ml haben einen sehr fruchtigen Geschmak, um so weiter die Brennung ging hat der Geschmak abgenommen bis es nach gar nichts mehr geschmekt hat.
Habe ich zu spät gebrannt?
Kann mann den Edelbrand nochmals Brennen und Trinken?
Was muss ich anders machen?


Baumi, Schweiz
06.Aug.2006 18:35:36


    Sie haben zuviel Vorlauf abgetrennt. Bei sauberer hochgradiger Maische reicht es, wenn Sie bei 1,5 Liter die ersten 30 Tropfen abnehmen. Das ist deswegen Schade, weil sich die Aromastoffe in Abhängigkeit von der Dampftemperatur auftrennen und die intensivsten bzw. dominantesten kommen zu Beginn, genau so wie Sie es auch bemerkt haben. Gegen Ende des Edelbrandes kommen die unauffälligen "dumpfen" Geschmacksstoffe. Die für sich alleine genommen nicht grandios schmecken, sie sind jedoch trotzdem für das Gesamtbukett des Brandes sehr wichtig. Wenn sie fehlen ist der Geschmack eher "flach" außerdem entsteht dann oft eine ungewollte Schärfe.

    Abgesehen davon stimmen Ihre Angaben nicht zusammen. Wenn der Alkoholgehalt im Kessel ca. 11%vol hat und bis 91°C destilliert wird, sind bei 1,5 Liter Kesselinhalt als Ergebnis ca. 270 ml Edelbrand mit ca. 50%vol zu erwarten. Ihre Angaben sind jedoch viel niedriger. D.h. das Ausgangsprodukt muss einen Alkoholgehalt von weit weniger als 10%vol gehabt haben. Anscheinend ist bei der Gärung etwas falsch gelaufen, denn wenn Sie Turbohefe verwenden, hat die Maische ca. 20%vol und der daraus resultierende Brand (wieder bei 1,5 Liter Kesselinhalt) ca. 500 ml mit ca. 57%vol.
    Es könnte z.B. sein, dass die Hefe zu spät zum Fruchtbrei zugegeben wurde und die Wildgärung vorher bereits eingesetzt hat, wodurch die zugegebene Hefe sofort gekillt wurde.
    Beim nächsten Mal wenn Sie einmaischen sollten Sie auf die richtige Vorgehensweise achten. Jetzt können Sie Ihre alte Maische nur noch, so wie Sie auch schreiben, doppelt brennen, um zumindest die Ausbeute ein wenig zu erhöhen, auch wenn der zweite Brennvorgang einen gewissen Teil des Aromas abtrennt.

<<< Eintrag Nr. 2556 Eintrag Nr. 2554 >>>
ALLE EINTRÄGE ANZEIGEN

Design und Implementierung:
Helge Schmickl