Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 281 von 4324:

Hallo Herr Schmickl,

habe Ihr Buch Handbuch für Schnapsbrenner mit Interesse gelesen.
Ich habe aber noch ein paar Fragen:

1. Ist für eine Anlage ein Dom unbedingt erforderlich und welche
Funktion hat der Dom?
Ich möchte die Maische im Wasserbad erhitzen.

2. Kann ich zum einmaischen konzentrierte Säfte ( Apfel, Birne, Kirsche)
verwenden, oder müssen
unbedingt zerkleinerte Früchte verwendet werden?

3. Wenn ich mit Freunden über das Thema Schnapsbrennen rede, werde ich
immer nach dem
giftigen Methylalkohol gefragt. Auf Seite 85 wird das Thema auch
angesprochen, danach kann ich
wohl eindeutig den giftigen Vorlauf vom Edelbrand unterscheiden.
Können so keine
gesundheitliche Schäden auftreten? Wenn ich die Temperatur von
64,7°C eine Zeit lang konstant
halte, müßte das Methylalkohol doch eliminiert werden.

4. Muß beim Brennvorgang die Temperaturkurve (Seite 86)durchfahren
werden oder kann ich wie in Pkt. 3 die Temperatur auch auf 78,5°C
konstant halten um den Edelbrand zu erhalten?

5. Wie oft muß ich den Edelbrand noch brennen, reicht 1x?


Gruß
G. Brökelmann


Guenther Broekelmann, Deutschland
02.Jun.2002 18:52:11


    ad 1: Nein, ein Dom ist nicht unbedingt erforderlich, dieser hat eher einen optischen Effekt. Auch ein gerader Deckel ist für eine Anlage in Ordnung.
    Warum wollen Sie ein Wasserbad machen? Der einzige Sinn des Wasserbades ist, daß dann nichts anbrennt. Der Bau ist allerdings recht aufwendig, denn das Wasserbad muß unter Druck stehen, andernfalls können Sie niemals die Temperatur erreichen, die für das Destillieren notwendig ist. Bauen Sie sich doch einen Anbrennschutz, eine Art Metallsieb, daß die festen Maischeteile nicht auf den Kesselboden läßt, nur die Flüssigkeit. Sehen Sie sich dazu auf unserer homepage www.schnaps.co.at unsere Anlage unter Geräte an, und klicken Sie nochmals auf das Foto. Hier sehen Sie unseren Anbrennschutz, vielleicht können Sie etwas ähnliches bauen.

    ad 2: Sie können auch Säfte verwenden, natürlich. Bedenken Sie jedoch, daß sehr viele Aromen in den Schalen der Früchte enthalten sind, dadurch wird die Maische aus Säften niemals so wie Maische aus Obst. Dennoch können Sie auch mit Säften sehr gute Produkte erzeugen.

    ad 3: Das giftige Methanol entsteht während der Vergärung. Arbeiten Sie sauber (kein faules Obst), nehmen Sie einen Gärspund und Reinzuchthefe, so wird beinahe kein Methanol entstehen. Ein Teil des Methanol wird im Vorlauf abgetrennt, ein geringer - nicht gesundheitsgefährdend - verteilt sich über die gesamte Brennmenge. Rein durch Destillation ist die leider nicht abtrennbar, daher unbedingt SAUBER arbeiten, dann kann nichts passieren.

    ad 4: Nein, Sie müssen immer die ganze Temperaturkurve durchfahren, man kann die Temperatur nicht konstant halten, das ist beim Destillieren rein physikalisch gar nicht möglich. Heizen Sie zuerst bis ca. 70°C Dampftemperatur kräftig auf, danach reduzieren Sie etwas die Heizleistung, damit nichts überkocht. Solange die Temperaturanzeige rasch ansteigt, handelt es sich um Vorlauf. Bleibt die Anzeige fast konstant, und bewegt sich nur noch langsam, so handelt es sich um Edelbrand. Der Nachlauf beginnt immer bei 91°C.

    ad 5: Wenn Ihr Brenngut einen Alkoholgehalt von mindetens 12%vol hat, so genügt es, einmal zu brennen. Liegt die Konzentration darunter, müssen Sie zweimal brennen. Das Zweimalbrennen macht man nur, um einen Alkoholgehalt von mind. 45%vol im Destillat zu erhalten, das ist der einzige Grund. Denn jeder Destillationsvorgang vermindert das Aroma.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl