Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 311 von 4291:

hallo Herr Schnickl!
Ich habe eine frage zum Filtern mit Aktivkohle. Ich habe einen Brand aus Zuckermaische mit einer Rückflussdestille hergestellt und bin von dem spezifischen Geschmack dieses Brandes überrascht! Dieser Brand, den ich auf 42 %Vol. verdünnt habe, ist wirklich gut genießbar und hat einen leicht zuckrig,hefigen Abgang. Trotzdem möchte das Destilat mit Aktivkohle filtern. In Ihrem Buch und hier in Ihrem Forum beschreiben Sie, wie man den Alkohol einfach nochmal mit ein wenig Aktivkohle abbrennt. Gibt es nicht elegantere Methoden einen geschmacksfreien Alkohol herzustellen, der sich beispielsweise zur Herstellung von Geist und Angesetzem eignet? Was halten sie von der Methode, den zu reinigenden Alkohol durch eine Säule mit gewässerter Aktivkohle zu gießen? Dieser Vorgang ist an verschiedenen Stellen der Literatur und im Internet beschrieben und scheint auch in der Industrie der Stand der Technik zu sein. Welche Methode ist in Ihren Augen besser geeignet, mit welcher Methode ist ein qualitativeres Ergebnis zu erzielen und was würden Sie mir empfehlen?
Mit freundlichem Gruß


Eberhard Focken, Deutschland
22.Jul.2002 15:49:38


    Es genügt nicht, den Alkohol nur mit Aktivkohle zu destillieren. Vorher muß die Kohle MINDESTENS 48 Stunden im Alkohol ziehen. Je länger Sie die Kohle darin ziehen lassen, umso besser. Auch sollte währenddessen des öfteren umgerührt werden.
    Die 2. Methode, die Sie ansprechen, ist ebenfalls in Ordnung. Hier spricht man vom klassischen Säulen. Diese Methode wird in der Chemie angewendet und natürlich auch in industriellen Prozessen. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, ist hier notwendig, die Säule richtig zu konditionieren, d.h. die Kohle wird mit Wasser aufgeschwemmt und in das Rohr gefüllt, dann kommt oben der zu reinigende Alkohol hinein. Wie gut die Reinigung ist, hängt beim Säulen von der Tropfgeschwindigkeit und von der Kohlemenge ab. Je langsamer umso besser, je mehr Kohle d.h. je länger die Säule ist, umso besser.
    Meiner persönlichen Meinung nach halte ich diese Methode - ich habe dieses Verfahren während meines Chemistudiums sehr oft angewendet - für viel zu aufwendig, um damit Alkohol zu reinigen. Man verwendet es eher, um chemisch sehr ähnliche Substanzen zu trennen. Die Reinigungswirkung haben Sie ebenfalls, wenn Sie den Alkohol mit Kohle ansetzen. Warum also kompliziert, wenn es auch einfach geht?

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Helge Schmickl