Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 3206 von 4258:

Hallo,
ich habe mir aus einem Stahltopf mit Messing-Klemmfittings und Kupferrohr eine Destille gebaut. Der Deckel hat bereits ein eingebautes Überdruckventil (Ja, es ist der Entsafter, der auch auf vielen Bildern in der Gallerie zu sehen ist. Genialer Ausgangspunkt für den Selbstbau!) Topfinhalt 15 Liter, das Geistrohr ist ein kurzes Stück (5 cm) 22er Kupferrohr, es geht über in ein T-Stück mit Thermometer und Abzweigung zu einem Reduzierstück von 22 auf 15 mm. Dieses ist mit einem rechtwinkligem Fitting an den Rohrkühler aus 15er Kupferrohr (Kühlstrecke ca 130 cm, Gesamtlänge 150 cm) angeschlossen. Eine Probe mit Rotwein verlief sehr zufriedenstellend. Das Destillat läuft kalt aus dem Kühler, schmeckt wie Grappa, Alkoholgehalt des Destillats ca 55%, Ausbeute 950ml bei 4,5 Liter Einsatz. Überraschenderweise hatte ich ein wenig Vorlauf.
Es gibt allerdings ein leises, rhytmisches Geräusch und ich kann am Austritt einen sanft pulsierenden "Luftzug" spüren. Würde das aber nicht als "Spucken" bezeichnen.
1. Halten Sie das für problematisch, ist vielleicht der Kühler zu lang?
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Ich habe beim Bauen ein ca. 120 cm-Stück 22er Rohr übrig behalten. Nun hatte ich die Idee, meine Potstill im Bedarfsfall in eine Reflux-Destille umzubauen, zur Erzeugung von Ansetzalkohol. Dazu soll das 5cm-Stück gegen das 120cm-Stück getauscht werden.
2. Gibt es eine theoretisch sinnlose länge des Geistrohrs, oder soll ich die vollen 120cm nutzen.
3. Erreiche ich mit dem ungekühlten Rohr überhaupt schon eine Retifikation, oder müsste es gekühlt werden?
4. Ist es vieleicht sinnvoller, das Rohr mit Stahlwolle o.ä. zu befüllen und dafür zu kürzen? Was für eine Füllung und Länge wäre dann sinnvoll? Ich habe hier leichte Bedenken, dass dadurch ein zu hoher Druck in der Anlage entstehen könnte.
Übrigens: Wie von so vielen, auch von mir ein großes Kompliment für Ihr tolles Buch!


Scot, Niedersachsen
05.Mai.2009 16:27:24


    ad 1) Nein, ist es nicht, stammt von den Dampfblasen, die beim Kochen zwangsläufig entstehen. Ein Rührwerk oder Siedesteinchen o.ä. könnten diesen Effekt mindern, ist jedoch nicht unbedingt erforderlich, solange es nicht zu einem Siedeverzug (explosionsartiges Überkochen) kommt.
    ad 2) Nehme an, Sie meinen damit das Stiegrohr (ist das vertikale Verbindungsrohr zwischen Kessel und dem höchsten Punkt, also dem T-Stück mit dem Thermometer). Hier gilt: je länger (höher) das Rohr, desto besser wird die Trennleistung bei der Rektifikation sein. 120 cm sind diesbezüglich eher als kurz zu betrachten.
    ad 3) Rektifikationskolonnen werden optimal betreiben, wenn kein Energieaustausch mit der Umgebung stattfindet, d.h. die Kolonne weder kühlen noch heizen, sondern möglichst gut isolieren.
    ad 4) Ja, Füllkörper sind sogar sehr sinnvoll. Dadurch kann die Trennleistung je Meter Kolonne wesentlich erhöht werden. Wenn die Stahlwolle locker gepackt ist, sollte der Druckverlust nicht sehr hoch sein. Klassische Füllkörper sind Raschig-Ringe oder ähnliche Gebilde wie z.B. Schraub-Muttern oder kubische Glasrohrstücke, also gleicher Durchmesser wie Länge, z.B. jeweils ca. 1 cm.
    Danke, freut uns!

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl