Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 3321 von 4254:

Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
mit Interesse habe ich Ihr, für meine Begriffe hervorragendes Buch „Schnaps brennen....“ gelesen.
Nun habe ich, nachdem ich selbst in das Hobby eingestiegen bin, viel in den Fachfragen und in der Diskussion gelesen.
Aufgefallen ist mir, dass viele Leute, wie auch ich, Probleme mit der Messgenauigkeit der Vinometer haben.
Ich habe zwei Vinometer, eins aus Österreich (1), eins aus Deutschland (2). Die Messergebnisse der beiden weichen stark voneinander ab. Z.B. eine noch leicht gärende, nur leicht süßlich schmeckende Maische zeigt bei (1) 25%vol., bei (2) 14%vol. Nun wollte ich es wissen und habe den folgenden Vergleich gemacht: Habe mir durch Verdünnung mit Aquadest ein Wasser-Alkoholgemisch mit 20%vol. Alkohol (Messung mit Spindel) hergestellt. Damit zeigt (1) ~30%vol. (außerhalb des Messbereichs) und (2) zeigt 15%vol. Die Wiederholung der beiden Messungen ergab die gleichen Werte. Offenbar messen beide sehr falsch. Die Nr. (1) habe ich jetzt „entsorgt“, da damit nichts anzufangen ist.

Meine Frage lautet nun: Ist ein Vinometer auch für die Messung des Alk.-Gehaltes eines reinen Wasser-Alkohol-Gemisches in dem eingeschränkten Messbereich von 0 bis 25 %vol. einsetzbar und ist der Messwert mit dem einer gehaltgleichen Maische vergleichbar? Ich meine nach den der Messmethode zu Grunde liegenden physikalischen Sachverhalte: JA.
Wenn ich richtig liege und Sie der gleichen Meinung sind, ist das folgende „Verfahren“ zur Eichung eines Vinometers möglich.

So habe ich es gemacht:
Ich habe durch Verdünnen und Messung mit der Spindel Wasser-Alkohol-Gemische mit 10; 20; und 25%vol. hergestellt. Zusätzlich habe ich einen gekauften Rotwein mit 13,5%vol. benutzt.
Alle vier Gemische habe ich mehrmals sorgfältig (s. unten) mit dem Vinometer gemessen. (Eine sorgfältige Messung je Gemisch reicht aus, weil die Abweichungen zu vernachlässigen sind).
Aus den erhaltenen Messwerten habe ich eine Kurve gezeichnet, die übrigens sehr stetig ist, (nicht linear), und aus der kann man eine Tabelle aller Zwischenwerte erstellen, die zu jedem abgelesenen Vinometer-Wert den tatsächlichen Wert der Alkoholkonzentration ergibt. Der Wert für den gekauften Rotwein reiht sich übrigens exakt in die Reihe der anderen Werte ein, was mich bestärkt, nicht völlig Sinnloses getan zu haben.
Diese so erhaltene Kurve/Tabelle gilt natürlich nur für das eine Vinometer, das man auf diese Weise geeicht hat.
Die Genauigkeit leidet hier haptsächlich unter der Ablesung der Spindel. Ich schätze, der Fehler des ganzen Verfahrens liegt in der Größenordnung von +/- 1 bis 1,5 %vol., was aber trotzdem schon eine Verbesserung darstellt.

Vielleicht habe ich hiermit anderen Gleichgesinnten geholfen, zu einer genaueren Messung des Alkoholgehaltes ihrer Maischen zu gelangen. Nachahmung wird empfohlen.
Mit besten Grüßen HorstN

PS: Bei dieser Gelegenheit möchte ich alle darauf aufmerksam machen, das Vinometer bei der Messung exakt senkrecht zu halten, am besten erschütterungsfrei aufzustellen, und Luftblasen zu vermeiden, so wie es Herr Dr. Schmickl in seinem Buch beschreibt. Sonst kann es zu Abweichungen von mehreren % kommen.


HorstN, Berlin
12.Okt.2009 19:44:45


    Vielen Dank für diese sehr ausführliche Beschreibung! Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer vielleicht ein Punkt, den wir zusätzlich beobachtet haben: der Zustand des Vinometers VOR der Messung ist nicht zu vernachlässigen. Es ergeben sich relativ große Unterschiede bei den Messwerten, je nachdem ob das Vinometer vorher vollständig trocken war (nach längerer Lagerung oder trockenblasen, Heizschrank o.ä.) oder ob z.B. (destilliertes) Wasser oder eine bestimmte Alkohol/Wasser-Mischung gemessen wurde.
    Wenn vor der eigentlichen Messung der Zustand immer gleich ist, z.B. vorher drei mal mit dest. Wasser durchspülen oder vorher immer dieselbe "Eichlösung" mit z.B. 15%vol messen, ist es gemäß unseren Erfahrungen egal welche Methode man wählt.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl