Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 3365 von 4267:

Hallo Dr. Schmickl,
seitdem ich kleinere Mengen Maische (25l) ansetze, bekomme ich den Edelbrand irgendwie nicht mehr glaskar hin. Bei größeren Mengen hatte ich mit diesem Phänomen nichts zu tun. Bevor ich die Saison eröfffne, schicke ich ca.7l billigen Wein zur Reinigung durch den Kessel (Volumen ca. 30l). Anschliessend habe ich ca. 25l Zwetschenmaische gebrannt, bekam hier keinen glasklaren Edelbrannt raus, wobei ich sagen würde, dass ich ungewöhnlich viel Methanol inne hatte. (grünliche Flammbildung). Gleiches hatte ich letztes Jahr mit Marillen, allerdings nahezu ohne Methanol, allerdings mit einem recht hohen Anteil an Hefegeschmack. Wo könnte hier der Fehler liegen?
Für Ihre geschätzte Anwort im voraus vielen Dank.
Vorweihnachtliche Grüße aus dem Bergischen
Frank


Frank, NRW
21.Dez.2009 21:24:22


    Wenn der Brand von Steinobstmaischen eine sehr leichte milchige Trübung aufweist, ist das ein optisches Zeichen vom maximalen Aroma- und Geschmacksübertrag beim Brennen. Oder anders formuliert: wenn ein Steinobstbrand glasklar aus dem Kühler rinnt, wäre aus geschmacklicher Sicht noch mehr "drin" gewesen. Es ist also alles in Ordnung, das Destillat sollte aromatischer und geschmacksintensiver sein als Ihre vorherigen Brände, die klar waren. Zum Entfernen der Trübung verwenden Sie am besten die "Faltenfilter fein für Weine und Spirituosen" (siehe Produktliste). Dazu den Brand verdünnen, ca. 2 Wochen bei Kellertemperatur stehen lassen, dann mit zwei ineinander gesteckten Filtern filtrieren. Nicht vorher, sonst kommt es zu Nachtrübungen.

    Anmerkung: Anscheinend verwechseln Sie Methanol mit Vorlauf. Der Flammentest ist in dieser Form schlichtweg Quatsch, außerdem färbt Methanol die Flamme nicht grün, sonst würde jeder Spiritus grün abbrennen (im Vergällungsmittel ist u.a. Methanol enthalten). Bereits geringste Spuren von Kupfersalzen reichen aus um die Flamme grün zu färben. Z.B. ein Fingerabdruck auf einem Porzellanteller oder ein mikroskopisch kleiner Krümel Kupferpatina o.ä. Ich kann Ihnen diesbezüglich nur das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr ans Herz legen, darin ist sehr detailliert und für Laien leicht verständlich der Unterschied zwischen Vorlauf und Methanol erklärt, wann Methanol beim Schnapsbrennen auftritt, wie Vorlauf erkannt und entfernt werden kann und welche "Methoden" zur Vorlaufabtrennung/-erkennung eher in den Bereich "Mythen und Legenden" einzuordnen sind.

    Hefegeschmack können Sie vermeiden, indem Sie die Maische im vollkommen ausgegorenen Zustand vor dem Brennen kühl (Kellertemperatur) lagern. Bei herkömmlichen Maischen max. 1-2 Monate (nicht länger, sonst tritt ein modriger Geschmacksfehler auf), hochgradige Maischen zumindest 4 Monate (wegen hohen Alkoholgehalt können solche Maischen nicht mehr verderben, können daher auch jahrelang gelagert werden, die Qualität wird mit der Zeit immer besser).

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl