Fachfragen zum Schnapsbrennen



Startseite
Destille und Zubehör
   Produktliste
   Produktbeschreibung
   Bestellformular
   Info zum Kesselkauf
Seminar
   Termine
   Programm
   Anmeldeformular
Bücher
Diskussion
Rezepte
Fotogalerie
Berechnungen
   Verdünnen
   Mischen
   Zucker Alkohol
Links
Kontakt
PRAXISBUCH
Schnapsbrennen als Hobby
PRAXISBUCH
Ätherische Öle selbst herstellen
PRAXISBUCH
Essig herstellen als Hobby
Eintrag Nr. 3529 von 4324:

Lieber Dr. Schmickl,
ich habe eine Frage zum Destillationsvorgang, die mMn in Ihrem Buch nicht steht: Wie erkenne ich denn, wann der Nachlauf zu Ende ist? Ich trenne erst Vor- und Mittellauf ab, um dann noch den Nachlauf zu gewinnen, aber wann ist denn der auch "beendet"? Ich will ja nicht denselben Alkoholgehalt wie in der Maische haben :). Es geht um Zuckermaische, bei der ich zuerst im Rohbrand bis zum Nachlauf alles destillieren will und danach im Feinbrand alles Unerwünschte abtrennen will. Deswegen muss ich wissen, wann der Rohbrand bzw. der Nachlauf aufhört und dann das gesamte Wasser rauskommt.
Kann man eigentlich bei Obstmaischen auch zuerst Vor-, Mittel- und Nachlauf ohne Abtrennen (Rohbrand) gewinnen, um dann alles im Feinbrand abzutrennen?
LG
Frederik


Frederik, Europa
16.Dez.2010 20:30:57


    Doch steht sogar öfter im Buch: Seite 78, Abs. 4 und Seite 82, zweiter Abs. unter dem Tipp.

    Es gibt keine feste Grenze wann der "Nachlauf aufhört und dann das gesamte Wasser rauskommt". Ab einer gewissen Dampftemperatur bzw. unter einem gewissen Alkoholgehalt schleicht sich ein zerkochter Geschmack ein, der an zu lange geglühtem Glühwein erinnert, das ist der Nachlauf. Danach gibt's keinen Punkt mehr wo "das gesamte Wasser rauskommt". Der Alkoholgehalt nimmt langsam zwar immer mehr ab, aber trotzdem kommt nie reines Wasser heraus. Daher wird das Nachlaufende auch von jedem Brenner ganz individuell bestimmt, viele gewinnen überhaupt keinen Nachlauf, hören also schon beim Nachlaufbeginn auf zu destillieren. Wenn Sie den Nachlauf noch verwerten möchten, z.B. mit Aktivkohle behandeln, sollte der Alkoholgehalt in der Größenordnung von 25%vol liegen.

    Zuckermaische doppelt brennen macht nur Sinn, wenn der Rohbrand vor dem zweiten Durchgang mit Aktivkohle behandelt wird. Um möglichst geschmacksneutralen Alkohol zu gewinnen, sollten Sie beim ersten Durchgang den Nachlauf gar nicht mitbrennen.

    Obstmaischen: hochgradige Maischen prinzipiell nur einmal brennen, siehe Buch, S. 81, Kapitel "Einmal oder zweimal brennen?". Herkömmliche Maischen müssen doppelt gebrannt werden, weil Alkoholgehalt im Destillat sonst zu gering.
    Wie im genannten Kapitel beschrieben, beim doppelten Brennen im ersten Durchgang den Vorlauf abtrennen aber Nachlauf mitnehmen. Beim zweiten Durchgang dann ohne Nachlauf. Vorteil: beim Feinbrand ist das Gift schon weg und ggf. können die ersten Tropfen noch kontrolliert werden, ob Abtrennung ausreichend war. Den Vorlauf erst beim zweiten Mal abzutrennen ist prinzipiell natürlich auch möglich. Am wichtigsten ist, dass der Vorlauf komplett weg ist.

<<< Eintrag Nr. 3530 Eintrag Nr. 3528 >>>
ALLE EINTRÄGE ANZEIGEN

Design und Implementierung:
Helge Schmickl