Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 3600 von 4316:

S.g. Herr Dr. Schmickl,
Mein Nachbar verwendet zum Verdünnen destilliertes Wasser, das er selbst mit seinem Brenngerät erzeugt. Er hat seinen Schnaps noch nie gefiltriert und hat trotzdem nur eine ganz minimale Trübung.
Er ist ein Profi-Landwirt und macht schon viele Jahrzehnte viel guten Schnaps.
Ich möchte auch gerne auf das Filtrieren verzichten können, habe aber immer eine starke Trübung, auch wenn ich destilliertes Wasser von der Drogerie verwende.
Deshalb meine Fragen:
1. Macht selbst destilliertes Wasser weniger Trübung als gekauftes entmineralisiertes Wasser. (Ich weiß, daß ich die Destillation von Wasser nicht mit meinem Brenngerät machen soll um eine Verkalkung meines Brenngerätes zu vermeinden.)
2. Ist ein "Destilliertes Wasser" vom Geschäft gut oder schlecht, wenn es bezeichnet ist als "Entjonisiert, UV-bestrahlt, chemisch rein, nach VDE 0510 und EN 285".
3. Wie komme ich zum besten destillierten Wasser, das möglichst keine Trübung beim Verdünnen verursacht.
Danke und Gruß
Josef


Josef Filemonow, Salzburg
24.Aug.2011 14:16:24


    Nein, das hat mit Trübungen nichts zu tun. Wichtig ist nur eines: kalkfreies Wasser verwenden. Ganz "normales" demineralisiertes Wasser aus dem Supermarkt (wird meist als "destilliertes Wasser" zum Bügeln, für die Autobatterie etc. angeboten), ist daher vollkommen ausreichend. Selbst Wasser zu destillieren ist schade um die Arbeit/Zeit, das aus der Apotheke - wenn nur zum Schnapsverdünnen verwendet - schade um's Geld. Geschmacklich sinnvoller wäre es, nicht-destilliertes (!), kalkarmes Wasser, z.B. eigenes Grundwasser, zu verwenden. Zum Testen ob Ihr eigenes Grundwasser zum Verdünnen vom Schnaps geeignet ist: eine kleine Probe mit dem zu testenden Wasser verdünnen, einige Wochen bei Kellertemperatur stehen lassen. Wenn sich danach keine Kalkflocken gebildet haben (setzen sich am Boden ab, werden beim Schütteln aufgewirbelt), ist das Wasser zum Verdünnen geeignet.
    Wie im Buch beschrieben, gibt es mehrere Ursachen für Trübungen. Mineralien bzw. Kalk im Wasser ist nur eine Möglichkeit. Ätherische Öle im Destillat eine andere, z.B. wird Anisgeist beim Verdünnen trüb, der bekannte "Ouzo-Effekt". Bei Zitrusfrüchten, Zirbenzapfen, Absinth usw. tritt dies, mehr oder weniger deutlich, ebenfalls auf. Diese Trübung ist undurchsichtig milchig-weiß, sieht anders aus als bei Kalk.
    Steinobstbrände bekommen meist nur einen "Stich", so als ob man einige Tropfen Milch in ein Glas Wasser verteilt. Dies geschieht jedoch bereits im UNverdünnten, frischen Destillat. Ist an sich ein sehr positives Zeichen, erfahrungsgemäß ist der Brand umso geschmackvoller, je deutlicher diese leichte Trübung (Ihr Brand sollte daher geschmackvoller sein, als der vom "Profi-Landwirt"). In solchen Fällen das Destillat verdünnen, einige Wochen bei Kellertemperatur stehen lassen, danach z.B. mit einem Faltenfilter (für Weine und Spirituosen) filtrieren. Wird sofort nach dem Verdünnen filtriert, kommt es zu Nachtrübungen.
    Im Übrigen ist das alles auch im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" beschrieben...

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Helge Schmickl