Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 364 von 4254:

Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
vor kurzer Zeit habe ich Ihr Buch gelesen und mich gleich voller Begeisterung an den Bau einer Destille gemacht. Ich habe hierfür folgende Elemente benutzt:
- Schnellkochtopf aus Edelstahl
- Gößerer Topf, in den der Schnellkochtopf mit einer Dichtungsschnur eingepasst ist (als Wasserbad => Doppelwandkessel)
- Dichtstopfen im Überdruckventil aus Kupferrohr mit Teflonband abgedichtet (ist zugleich Dampfzuführungsrohr zum Kühler)
- Bohrung für Thermometer (Abgedichtet mit Korkstopfen)
- Kühlschlange aus Kupferrohr (gelötete Enden mit Winkelstücken und Reduzierstücken)
Für den ersten Destillierversuch habe ich eine Flasche Rotwein verwendet. Das Destillat habe ich in vielen kleinen Gläschen gesammelt, um Vorlauf und Nachlauf sauber trennen zu können. Das Ergebnis hat wirklich scheußlich geschmeckt!!
Hier die eigentliche Frage:
kann es sein, dass die Gummidichtung im Deckel des Schnellkochtopfes unerwünschte Geschmacksstoffe absondert? Oder könnte evtl. das gelötete Kupferrohr die Ursache sein (Lötfett, Kupferoxydation...)
Noch eine weitere Frage:
Wie erzeugt man eine gute Grappa? kann man so ein edles Getränk selber herstellen? Ich babe momentan ca. 40 l Weintrauben in einem Maischefass am gären und möchte etwas schönes daraus machen.
vielen Dank im Voraus
mit freundlichem Gruß
Thomas Hiermer


Thomas Hiermer, Deutschland
21.Sep.2002 10:11:17


    Die Gummidichtung, wenn sie nicht aus Silikon oder chemikalienresistenten Material ist, wird durch den Alkohol zum Teil aufgelöst und gibt einen furchtbaren Geschmack ab. Aber auch Rückstände vom Löten könnten dafür verantwortlich sein. Wechseln Sie die Dichtung evt. durch einen Silikonschlauch aus, mit diesem sollten Sie den Topf auch dicht bekommen. Oder versuchen Sie es mit Teflonband. Reinigen Sie die Anlage gut mit Spülmittel und Aceton (diese löst die Fettrückstände). Dann destillieren Sie einige Male z.B. schlechten Wodka oder ähnliches, um die Anlage 'durchzuspülen'.

    Grappa: zermatschen Sie die Trauben, versuchen Sie dabei, die Kerne so wenig wie möglich zu zerstören, sonst wird er zu bitter. Dann ganz normal mit Hefe vergären und, ohne vorher zu filtrieren, destillieren. Das ist dann ein sehr edler Grappa, weil Sie auf diese Weise den für Grappa typischen scharfen Geschmack auf ein Minimum reduzieren. Die Schärfe beim Grappa kommt von den Kernen. Daher sollten Sie keinesfalls so vorgehen wie 'unedler' Grappa bzw. Tresterbrand hergestellt wird: Trauben auspressen, den festen Rückstand vergären und danach destillieren (das Filtrat aus der Pressung wird dabei zu Wein verarbeitet, das Feste, der Trester, ist eigentlich ein Abfallprodukt der Weinherstellung). Der Trester hat einen sehr hohen Kernanteil und durch die Pressung sind die Kerne oft auch zerquetscht.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl