Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 3718 von 4260:

Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich wohne in Baden-Württmberg und da ist nach meiner Kenntnis selber Brennen nicht erlaubt. Ich bin zwar Stoffbesitzer, muß aber die Maische zum Brennen geben. Dieses Jahr gab es sehr viele Kirschen die aber von Vögeln herabgeworfen wurden und am Boden mehrmals täglich aufgesammelt wurden. Die ganze Ernte zog sich über 2 Wochen hin. Das gab etwa 100 Liter sehr gut riechende Maische. Reinzuchthefe gab es im Geschäft zur Kirschenerntezeit noch nicht, die habe ich erst vor 3 Wochen dazugetan und jetzt hat sich Kahmhefe-Belag gebildet. Ich habe den vorsichtig mit Küchenpapier versucht zu entfernen aber Reste sind noch da. Im Forum habe ich gelesen, dass der bereits vorhandene Alkohol die Reinzuchthefe tötet, also habe ich in Unkenntnis einen Fehler gemacht.
Brennen und Einstellen kosten 40.-- €
Steuer dazu 41,90 €
Was soll ich tun? wegschmeißen, brennen lassen, oder wie retten was noch zu retten wäre?? Für Ihre sachkundige Hilfe bin ich schon vorab dankbar
freundlichen Gruß Marianne Waibel

Anmerkung: schön, dass auf Ihrer Seite keine "Hüpfbildchen" erscheinen. seriös !!!


Waibel Marianne, D Baden-Württemberg 88450
26.Aug.2012 13:53:35


    Mit Kahmhefe ist es wie mit verschimmeltem Brot: die gesamte Maische ist befallen, nicht nur die Oberfläche. Bzw. wie mit Schwammerln im Wald: der gesamte Organismus verteilt sich über mehrere Quadratmeter im Waldboden, im Vergleich dazu ist der oberirdische essbare Teil verschwindend klein.
    Die Kahmhefe hätte sich ohne Hefezugabe auch gebildet. Stimmt, wenn vor der Zugabe die Gärung schon begonnen hat, wurde die zugegebene Hefe abgetötet. Das hat aber keine Auswirkungen auf die Qualität der Maische (war vorher schon miserabel - sorry musste ich einfach loswerden) oder auf das spätere Destillat.
    Fazit: trotzdem brennen, wird zwar kein Qualitätsprodukt mehr, aber mit ausreichender Vorlaufabtrennung (dies betrifft den Lohnbrenner) ist das Destillat zumindest genießbar. Obwohl "Genuss" in diesem Zusammenhang nicht der richtige Begriff ist...
    Und im nächsten Jahr: Reinzuchthefe VOR der Gärung zugeben, auf ausreichenden Säureschutz achten (sollte Kahmhefe verhindern) und optimalerweise auf Verflüssiger nicht vergessen. Gärspund ist selbstverständlich.
    Danke für die Anmerkung, letzter Teil freut uns besonders!

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl