Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 3742 von 4301:

Guten Abend,
ich bin nun zum zweiten mal daran aus einem Turbohefenansatz Gin herzustellen. Kurz zu meinem vorgehen, ich habe die Maische insgesamt 4 mal destilliert, entkonz an EtOH liegt bei 95% laut Areometer, habe leider keine ordentliche Waage und Pipette sonst könnte man das mit Sicherheit sagen.
Jetzt zu meiner Frage, zum aromatisieren nehme ich kleingehechselte Heidelbeeren (50 getrocknete Beeren pro Ltier Alk), mein Problem ist jetzt, wie brenne ich den Extrackt am besten ab?
Das letzte mal habe ich etwa 10 ml Vorlauf (bei einem Ansatz von 500 ml) und den Nachlauf abgetrennt. Der Grund, weshalb ich selbst im 5. Brand noch Nachlauf abtrenne sind die Öle aus den Heidelbeeren, denn diese führen einfach zu einer Fällung wenn ich den Sprit am ende verdünne und den Nachlauf nicht abtrenne.
Nun wäre für mich interessant, ob es eine möglichkeit gibt möglichst viel vom Aroma der Wacholerbeeren zu erhalten ohne in das Problem der Fällung zu kommen. Ich beführchte ja, dass ich mich hier effektiv an den Grenzwert heran tasten muss kurz bevor es zur Trübung kommt, aber es wäre schön wenn sich hier jemand meldet, der Erfahrungen damit hat Gin im kleinen Maßstab herzustellen (zur Info meine Dest. hat nen Volumen von 5 Litern, wobei ich vom Hochprozentigem nur max 4,5 vorlege(lokale Siedeverzüge haben mir schon spass gemacht^^))
Ich hoffe ihr könnt mir helfen, beste Grüße
Max


Maximlilian, Deutschland
05.Okt.2012 00:58:55


    Nachlauf entsteht immer, auch ohne Heidelbeeren. Wacholderbeeren sind eine der wenigen Beeren bzw. Früchte die ätherische Öle enthalten (Heidelbeeren enthalten kein ätherische Öl, Trübung hat andere Ursachen, z.B. Fuselöle aus Nachlauf). Zuviel ätherisches Öl ist im Schnaps nicht mehr löslich, daher kann eine Trübung entstehen. Je höher der Alkoholgehalt, desto mehr Öl ist löslich. Daher Vorsicht beim Verdünnen, durch das Herabsetzen vom Alkoholgehalt tritt in solchen Fällen oft eine mehr oder weniger starke Trübung auf. Ist eigentlich kein Problem, kann mit den Faltenfiltern "fein" abfiltriert werden. Dazu Schnaps verdünnen, ca. 2 - 3 Wochen bei Kellertempertaur stehen lassen und filtrieren. Wird vorher filtriert, kommt es immer wieder zu Nachtrübungen. Möchten Sie, dass Destillat auch ohne filtrieren schon klar ist, dann schlichtweg weniger Wacholderbeeren verwenden. Keinesfalls geschroteten Wacholder, das schmeckt dann einerseits eher wie Latschenkiefergeist, und andererseits wird eine sehr starke Trübung wegen der größeren Menge an ätherischen Ölen entstehen.
    Gegen Siedeverzüge helfen Siedesteinchen oder Rührer einbauen, Heizung nicht so stark aufdrehen.
    Anmerkung: Geistmethode geht viel einfacher (siehe Buch). Unten z.B. verdünnten Korn (ca. 11 - 13%vol) und oben im Dampfraum in den Aromakorb je 1,5 Liter Flüssigkeit ca. 40 g getrocknete, ganze(!) Wacholderbeeren geben. Dieses Rezept erzeugt auch keine Trübung. Natürlich kann auch eine Gewürzmischung mit u.a. Wacholder verwendet werden, da Gin ja nicht nur aus Wacholder besteht (eine beispielhafte Rezeptur siehe Eintrag Nr. 3666). Im Übrigen ist echter Gin auch "nur" ein Geist, in England ist es verboten zur Ginherstellung die Beeren einzumaischen (warum habe ich auch noch nicht herausgefunden).

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