Fachfragen zum Schnapsbrennen



Startseite
Destille und Zubehör
   Produktliste
   Produktbeschreibung
   Bestellformular
   Info zum Kesselkauf
Seminar
   Termine
   Programm
   Anmeldeformular
Bücher
Diskussion
Rezepte
Fotogalerie
Berechnungen
   Verdünnen
   Mischen
   Zucker Alkohol
Links
Kontakt
PRAXISBUCH
Schnapsbrennen als Hobby
PRAXISBUCH
Ätherische Öle selbst herstellen
PRAXISBUCH
Essig herstellen als Hobby
Eintrag Nr. 414 von 4254:

Hallo Herr Dr. Schmickl,
Ihre Turbohefe habe ich genau nach Anleitung mit der passenden
Menge Zucker (ohne Früchte) vergären lassen. Danach habe ich die Gesamte Menge 3 mal gebrannt. Den Vorlauf habe ich jeweils bei 80° Celsius beendet und den Mittelauf abgefangen , bei 90° Celcius begann dann der Nachlauf. Mir fällt auf das mein Endprodukt einen scharfen Geschmack nach der Verdünnung auf 40 % aufweist. Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit einen 5 Jahre alten faßgelagerten Grappa zu probieren, dieser schmeckte sehr Mild und hatte nicht diesen scharfen Abgang . Liegt das jetzt nur an der Lagerung oder mache ich bei der Herstellung schon einen Fehler ?
Vielen Dank für Ihre Hilfe


Hein, Deutschland
17.Nov.2002 12:35:53


    Vorlauf entsteht bei der Vergärung, nicht durch's Kochen im Kessel. Wenn Sie dreimal hintereinander brennen und beim ersten mal Vorlauf abtrennen, gibt es danach keinen mehr. D.h. was Sie da beim zweiten und dritten mal weggeschüttet haben war bester Alkohol. Wenn Sie bei der Vergärung einen Gärspund verwendet haben, sollte so gut wie kein Vorlauf vorhanden sein. Bei 20%vol beginnt es normalerweise erst bei ca. 80,5°C zu tropfen. Wieviel haben Sie vor 80°C bereits abgetrennt? Es sollte vorher kein Tropfen herauskommen. Wurde das Thermometer richtig eingebaut, hier kann ebenfalls eine Fehlerursache liegen. Durch die höheren Alkoholgehalte beim zweiten und dritten Brand beginnt es etwa bei 79 bis 79,5°C zu tropfen und diese Temperatur bleibt relativ lange konstant. D.h. die verworfene Menge besten Alkohols muß beträchtlich sein.
    Wenn Sie den Nachlauf bei 90°C abtrennen, ist das zu Früh, der Nachlauf beginnt ausnahmslos bei 91°C. Warum haben Sie drei Mal destilliert, bereits ein einziger Brennvorgang sollte das Destillat auf über 55%vol bringen!
    Sie können den Geschmack eines Grappas, der 5 Jahr gelagert wurde, natürlich nicht mit Zuckerschnaps vergleichen! Sicherlich macht die Lagerung auch etwas aus, dennoch kommt es geschmacklich nur noch zu kleinen Verfeinerungen.
    Ich vermute, daß der Fehler auf den falschen Destillationsvorgang zurück zu führen ist, weil das Beste (der erste Teil) und der letzte Teil vom Edelbrand (vor dem Nachlauf) weggeschüttet wurde.

<<< Eintrag Nr. 415 Eintrag Nr. 413 >>>
ALLE EINTRÄGE ANZEIGEN

Design und Implementierung:
Helge Schmickl