Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 4185 von 4278:

Tag zusammen ich habe vor mir eine Destille zu bauen mit der ich mit einem Brand möglichst reinen Rohalkohol zur Geistherstellung aus zuckermaische gewinnen kann.
Dazu habe ich mir einen 5l Schnellkochtopf besorgt und ein 42mm Kupfersteigrohr mit einem 70cm Liebigkühler gebastelt.
Und in das Steigrohr kommt Edelstahlwolle als Packung.
Und ich benutze einen 1kw Gaskocher.
Jetzt habe ich aber noch einige Fragen auf die ich einfach keine Antwort finde.
1. Ich hatte die Idee das Steigrohr noch komplett zu isolieren und das obere firtel mit 6mm Kupferrohr zu umwickeln in dem ich dann das erwärmte Abwasser aus meinem liebigkühler von oben nach unten leite. Dass das Steigrohr konstant von oben nach unten wärmer wird.
Macht das Sinn, oder habe ich da etwas falsch verstanden?
2. Mein Steigrohr ist jetzt noch ca 2 m lang, was glaubt ihr wie weit ich es kürzen kann ohne das der reflux Effekt zu sehr flöten geht?
3. Wieviel Packung sollte ich verwenden bzw an welcher Stelle?
Ich hoffe mir kann da irgendjemand helfen mir raucht schon der Kopf vom vielen recherchieren 😅
Ps.
Ich habe mir als kleine Spielerei überlegt das warme Kühlwasser wieder aufzubereiten indem ich es durch einen Auto Wasserkühler leite und einen Ventilator davor stelle. Hat das schon mal jemand versucht? 😂


Skysplash, RE: Länge Steigrohr
06.Mai.2016 19:36:55


    ad 1) Hier werden mir sicher diverse Blogger aus der Diskussion teilweise widersprechen, weil es beim Schnapsbrennen viele Varianten der Rektifikation gibt. Aber eine ideale Rektifikationskolonne ist ohne zu Wärmen oder zu Kühlen immer komplett isoliert, am besten wie bei Laborkolonnen mit einem gläsernen, verspiegelten Vakuummantel, ähnlich wie bei einer Thermoskanne. Verdampfen kostet Energie, Kondensieren bringt Energie. Innerhalb der Kolonne sollte beides in Gleichgewicht zueinander stehen, ohne Energieaustausch mit der Umgebung. In der physikalischen Chemie wird dieser Idealzustand "adiabatische Zustandsänderung" genannt (--> wikipedia). Über der Kolonne befindet sich ein Rückflusskühler, der das gesamte Destillat wieder zurückleitet. Über einen Dreiweghahn wird dann das Rücklaufverhältnis eingestellt, z.B. 1 Tropfen in die Vorlage und 5 Tropfen zurück in die Kolonne. Je schärfer das Rücklaufverhältnis, desto reiner wird die jeweilige Fraktion vom Destillat werden. Wichtig an dem Ganzen ist eine sehr genau regulierbare Heizung, nicht dass beim Kochen zuviel Dampf entsteht und dieser dann quasi bis oben durch die Kolonne durch bläst ohne im Inneren zu Kondensieren und wieder zu Verdampfen.
    ad 2) Das hängt vom Durchmesser der Kolonne und von der Geometrie der Packung bzw. der Füllkörpern ab. Sie können z.B. auch Schraubmuttern o.ä. ausprobieren. Je größer der Durchmesser und je "leerer" die Kolonne, desto geringer der reflux-Effekt.
    ad 3) Die komplette Kolonne befüllen.
    P.S.: ja, so was ähnliches gibt's. Siehe z.B. Fotogalerie, Bild 172. Hier wird der Spiralkühler mit einem Ventilator gekühlt.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl