Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 464 von 4253:

ich bins mal wieder.
zur antwort 461: ich werde es mal mit der aktivkohle versuchen .besten dank für den tipp.
jetzt zum alkoholgehalt der maische. ich habe das messset bei ihnen gekauft und laut vinometer war der alkoholgehalt nach 3 wochen bei 19%.nach dem brennen hatte ich ca 1,8L 60%tigen (zum ansetzen) und 0,7L 44%tigen (für colamix) .das alles allerdings ohne thermometer (nur nach geschmack).kann das sein?
jetzt zu 462:
die 1,8L habe ich mit 900g himbeeren angesetzt,und nach 2 wochen den 44%tigen beigeschüttet.
der geschmack ist jetzt schon gut (probieren muss man ja mal).jetzt warte ich noch 3 wochen (ihr vorschlag) und brenne dann nochmal.jetzt die frage: sollte ich vorher noch verdünnen und beim brennen noch ca.300g himbeeren in den aromakorb legen (wegen geschmack),oder reicht es aus nur zu brennen und dann verdünnen ?oder bringt das alles nichts mehr und ich trinke den angesetzten so(schmeckt ja).

besten dank

Udo


Udo, Deutschland
16.Jan.2003 21:14:13


    Wenn ich davon ausgehe, daß Sie 9 l destilliert haben (= die Maischemenge wie in Eintr. 461 angegeben), ist die Ausbeute (1,8 l 60%vol und 0,7 l 44%vol ergeben in Summe 1,39 l 100%vol) für herkömmliche Hefe vollkommen in Ordnung. Demnach müßten die Maische ursprünglich ca. 15%vol gehabt haben. Einfacher Geschmackstest: Wenn die Maische ausgegoren ist und noch süß schmeckt, wurde nicht der gesamte Zucker verbraucht. Jede Hefe stirbt an ihrem eigenen Gift (den Alkohol), das sie produziert. Je nach Sorte gibt es unterschiedliche Alkoholresistenzen. Herkömmliche Hefen gehen bis max. 13-14%vol, Sherryhefe bis max. 16%vol, Turbo bis 20%vol. Egal wieviel Nahrung (= Zucker) vorhanden ist. Bedenken Sie weiters, daß die Vinometermessung durch den Zuckergehalt der Meßlösung verfälscht wird. Bei geringen Zuckergehalten ist die Abweichung nicht sehr gravierend (deswegen erzähle ich auch immer, daß Zucker, in geringen Mengen, bei der Messung nichts ausmacht). In Ihrem Fall war der (Rest)zuckergehalt so groß, daß eben das falsche Meßergebnis von 19%vol zustande kommt.

    Den Angesetzten können Sie natürlich direkt auch trinken, schmeckt ausgezeichnet (übrigens ist probieren IMMER angebracht, auch bei der Maische, eben ob noch Zucker vorhanden ist s.o.). Nur bestimmte Sorten wie z.B. Nüsse müssen destilliert werden, da sie sonst zu bitter schmecken (das Bittere geht beim Destillieren nicht mit). Wenn Sie einen klaren Schnaps bevorzugen, destillieren Sie den Himbeerangesetzten ohne vorher zu verdünnen. Geben Sie frische Beeren in den Aromakorb (der soll sich nur im Dampfraum der Anlage befinden, sonst ist das Extraktionsverhalten und damit der Aromaübertrag zu gering), so wird das Aroma sehr intensiv und Sie können richtig in die Himbeeren beißen (die angesetzten Himbeeren dann z.B. mit Schlagsahne aufessen). Es genügt aber vollkommen, wie in Eintr. 462 beschrieben, wenn Sie die angesetzten Himbeeren zum Brennen verwenden. Richtwert für die Menge: 200g tiefgefrorene Himbeeren im Korb mit 1,5 Liter geschmacklosen Alkohol (ca. 11%vol) destilliert (nicht angesetzt) ergeben einen ausgezeichneten Himbeergeist. Je mehr Sie verwenden, desto intensiver das Aroma.

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Helge Schmickl