Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 500 von 4254:

Bericht über ersten Versuch mit Anlage aus dem Hause Schmickl:
Rotweinverschnitt in Karton mit 10%vol aus Aldi
Warum passen in den Topf weniger Liter hinein als angegeben?
Das hat mich geärgert!! Wein hatte etwar 15 Grad. Habe den Brenner zu 3/4 gefüllt und gezündet.Nach 5 Minuten tropfte das Kondenswasser immernoch vom Topfboden, und auch mal in die Flamme. (mangelnde Leistung) Danach hat sich der Brenner selbst so erwärmt, dass er völlig in Flammen stand! Lebensgefahr!!!!! Ist der aus Thaiwan?? Habe ich was falsch gemacht? Der stößt fast an den Topfboden. Kann nicht wirksam reguliert werden.
Habe dann meinen Brenner aus meinem Trangia Sturmkocher genommen. Auf den Schweden ist verlass! Temperatur stieg stetig aber verhalten.
Bei ca 75 Grad erste Tropfen. Gläschenreige aufgestellt, 5 Stück. Damit sollte nach meiner Meinung der Vorlauf gefangen sein. Ab ca 85 Grad in Saftgläser laufen lassen(500ml) bis ca 92 Grad.Damit war für mich der Edelbrand gefangen. Dann extra Gefäße für Nachlauf aufgestellt und noch ne Weile bis 95 Grad gebrannt.Das war nochmal eine Menge von 500ml.
Ergebnis:Vorlauf kann von mir nicht exakt abgegrenzt werden. Mein Edelbrand hat nach Spindel nur eine Stärke von ca 45%vol der Nachlauf von 30%, 18%, und 8%vol.
Habe ich zu viel Nachlauf im Edlen? Hätte doch nach Diagramm um die 55% haben müssen. Bin unsicher was die Qualität betrifft. Weiß auch nicht wie er schmecken muss. Aus Aldi-Resten wird nicht mehr? Wie lage ist es sinnvoll den Nachlauf zu fangen?
Fruchtsäure greift Metall an, das ist bekannt. In wie weit sollte die Anlage gereinigt werden? Wieder metallisch blank?
Wenn Sie mal Zeit finden für mich, würde ich mich auf eine Antwort zu den Problemen freuen. Besonders aber was die Anlage betrifft. Die war ja nicht umsonst.
Danke


Jo, EU
07.Mär.2003 07:12:29


    In den Kessel paßt niemals die angegebene Füllmenge hinein, da anderfalls der Kessel übergehen würde, d.h. Sie dürfen immer nur bis maximal 3/4 auffüllen. Gemessen wird die Menge aber bis zum Rand.
    Kondenswasser entsteht, wenn Sie eine kalte Flüssigkeit in den Kessel geben, da kann die Anlage wirklich nichts dafür. Wir benutzen dieses Geräte nun schon jahrelang bei den Seminaren und hatten das Problem nie, da
    1. die zu brennenden Flüssigkeiten nicht kalt gelagert werden
    2. wir in keinen feuchten warmen Räumen arbeiten.
    Dies könnte die Ursache für Ihr Kondensproblem sein.
    Brennerproblem: Wenn der Brenner völlig in Flammen steht, da bedeutet dies, daß er mit ziemlicher Sicherheit zu voll gemacht wurde. Aus den Löchern im Brennerschaft kommen große Flammen heraus, nur dadurch kann er die notwendige Hitze erreichen. Bei allen Spiritusbrennern ist es normal, daß es am Drehrädchen, d.h. wo eine kleine Öffnung zwischen Spiritus und Ausenluft ist, immer zu einer Flammenbildung kommt, das läßt sich nicht ändern.
    Der Brenner läßt sich problemlos sehr genau regulieren, man darf nur nicht mit Gewalt vorgehen. Sollte er irgenwie stecken oder ähnliches, so genügen ein paar Tropfen Öl, und das Problem sollte beseitigt sein. Haben Sie dennoch weiterhin Brennerprobleme, so bitte ich Sie, mich umgehend zu kontaktieren und wir werden den Brenner selbstverständlich tauschen.
    Bezüglich Tangria Sturmkocher (ich besitze auch einen) haben Sie folgendes Problem, daß die Flamme nicht fein genug regulierbar ist, dieser kleine, verschiebbare Deckel genügt nicht. Auf diese Weise werden Sie Probleme haben, den Vorlauf bzw. Nachlauf richtig abzutrennen, denn es ist unbedingt erforderlich, insbesondere während der Übergangsbereiche, die Tropfgeschwindigkeit genau einzustellen, anderfalls vermischen sich die Fraktionen. Weiteres Tangria-Problem: die Füllmenge reicht nicht für einen Durchgang, man muß wechseln.
    Aufheizvorgang: heizen Sie zuerst alles mit maximaler Stufe auf, ab ca. 60-65°C reduzieren Sie den Brenner ca. um die Hälfte, andernfalls würde der Inhalt spritzen und z.T. übergehen. Das Thermometer steigt während dieser Phase recht rasch an, kommt in dieser Zeit bereits Destillat heraus, so handelt es sich um Vorlauf. Dann reduziert sich der Temperaturanstieg und die Änderung ist nur noch sehr langsam = Beginn des Edelbrandes. Bei 10-11%vol Kesselinhalt kommt der erste Tropfen Edelbrand ca. bei 81,5°C (hängt vom Alkoholgehalt im Wein ab) heraus. Bei Weißwein sollten Sie so gut wie keinen Vorlauf haben (bei Produkten aus dem Handel), auf Grund der anderen Herstellungsweise bei Rotwein hat man bei diesem jedoch geringe Mengen Vorlauf. Beginnen Sie mit der Nachlaufabtrennung bei 91°C. Wenn Sie bis 92°C gehen möchten, dann fangen Sie die Fraktion 91-92°C in einem Extragefäß auf. Kosten und riechen Sie zuerst, der Nachlauf hat einen angebrannten, verkochten, leeren Geschmack und auch Geruch.
    Der Edelbrand mit 45%vol ist bei 10%vol Wein in Ordnung, mehr können Sie nicht erreichen. Je höher die Alkoholkonzentration im Kessel, um so höher auch die Alkoholkonzentration im Destillat. Bei z.B. 20%vol Brenngut erhalten Sie ca. 55-57%vol im Destillat (gesamte Edelbrandfraktion).
    Bezüglich Diagramm im Buch: diese Kurve bezieht sich auf eine ca. 20%vol Maische, der Kurvenverlauf hängt jedoch vom Alkoholgehalt im Kessel ab. D.h. bei Ihrer Konzentration von 10%vol sind die 45%vol wie gesagt OK.
    Da Sie nun die 45%vol haben, also ideale Trinkstärke, brauchen Sie nicht mehr zu verdünnen. Weine, die im Handel erhältlich sind, wurden "geschwefelt". Riechen Sie während dem Destillieren bzw. in Ihr fertiges Destillat, es wird sehr unangenehm stechen = Schwefelige Säure. Nehmen Sie einen Mixer und rühren Sie nun SCHÄUMEND, d.h. das Destillat muß wirlich schäumen wie Bier, ca. 2-3 min lang Luft ein. Danach hat sich der Schwefel verflüchtigt.
    Sie haben reinen Wein destilliert? Dann dürfen Sie sich vom Aroma nicht allzuviel erwarten. Besser ist es, den Wein mit dem Aromakorb zu destillieren und Früchte oder Kräuter zuzusetzen, dann erhalten Sie wirklich was Gutes.
    Reinigung der Anlage: wir reinigen unsere Anlagen nur mit Wasser, einmal im Jahr wird der Kühler entkalkt. Um die Anlage wieder auf Hochglanz zu bringen verwenden Sie ganz feine Metallschwämmchen, die bereits Putzmittel enthalten haben (in Ö: "Brillo"). Aber wirklich nur die feine Ausführung, bei den etwas dickeren Metallschwämmchen schäuern Sie das Metall vom Schwämmchen auf die Anlage hinauf, wodurch diese dann silbern wird. Wichtig: lassen Sie die Anlage immer offen stehen, den Deckel nicht fest verschließen sondern umgedreht auf den Kessel legen. Nicht in feuchten Räumen oder im Freien aufbewahren. Denn alles Feuchte könnte Grünspan hervorrufen.
    Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen, haben Sie aber weiterhin Probleme, dann rufen Sie bitte gleich an, das bekommen wir schon hin.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl