Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 542 von 4260:

Hallo Herr Schmickl
Als erstes: Geile Seite. Durch die vielen Meinungen kam ich meiner Hobby-Destille näher.
Habe mir eine Destille aus 12l Edelstahl Topf und Cu-Rohr gefertigt. Das Steigrohr hat 28mm und ist 130mm hoch. Das Geistrohr hat 22mm und ist 50mm lang. Der Mantelkühler hat innen 15mm, außen 22mm und ist 950mm lang. Kühlwasser wird mit einer Aquariumpumpe gefördert. Als Dampf-Thermometer benutze ich ein Teethermometer (1,49€)welches erstaunlich genau ist. Erste Ergebnisse mit Rotwein waren erfolgreich. Destillat wurde mit Orangen und Zitronenschalen veredelt.(Als Aromakorb wurde ein Dünsteinsatz mit verlängerten Füßen verwendet). War alles super. Warum dauert die Destillation bei mir nur so lange?
8 Liter selbstvergorenen Apfelwein mit 15,5%Vol.
Heize bis 60 Grad Flüssigkeitstemperatur voll an. Ca 20 min. Setze dann Thermometer mit Stopfen ein(mitten im späteren Dampfstrom) und halbiere Heizleistung. Heize weiter bis 70 Grad (Gesamtdauer ca. 40min) und regele dann weiter runter um statisch um 80-85Grad zu halten. 25ml Vorlauf abgetrennt obwohl nichts stechend roch.
Destillat tropft die ganze Zeit nur. Wenn ich Temperatur erhöhe Steigt mir die Temperatur zu stark gegen 90Grad. Nach 4 Stunden habe ich bis 90Grad lediglich 960ml unverdünntes Destillat. Die letzten 100ml hatten noch 55%vol und schmeckten noch ,weshalb ich jetzt noch weiter brenne.
Freu mich schon auf ihre Antwort. Werde mich noch mit meinem Gesamtergebnis melden.
Mit besten Gruß Boudelaire


Boudelaire, Kärnten
10.Mai.2003 15:47:40


    Freut mich!
    :-)
    1. Das Thermometer sitzt bei Ihnen im Dampfraum, aber ist es auch an der höchsten Stelle der Anlage, d.h. am obersten Punkt des Steigrohres, wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt? Nur dort können Sie das Meßergebnis mit Literaturwerten vergleichen, weil nur dieser eine Punkt vollkommen unabhängig von der Anlagenkonstruktion ist. D.h. auch NUR dort gelten die 91°C für den Nachlaufbeginn.
    2. Sie können die Temperatur bei einer Alkohol-Wasser-Destillation NIEMALS konstant halten, das ist rein physikalisch unmöglich. Außer Sie schütten das Destillat immer wieder zurück, was aber nicht wirklich sinnvoll ist. Das ist so ähnlich als würde man Wasser kochen wollen und dabei die Wassertemperatur nicht über 90°C steigen lassen. Die Dampftemperatur ist abhängig vom Alkoholgehalt im Kessel. Wenn Sie durch's Destillieren dem Kessel mehr Alkohol als Wasser entnehmen, steigt die Siedetemperatur der Alkohol-Wasser-Mischung zwangsläufig an (theoretisch bis 100°C, bis also kein Alkohol mehr drin ist). Hierin liegt die Ursache für Ihre lange Brenndauer und die geringe Ausbeute.
    Das rasche Aufheizen bis 60°C und dann reduzieren ist vollkommen richtig. Danach stellen Sie die Wärmezufuhr so ein, daß das Destillat in einem dünnen (!!) Rinnsal herausrinnt. Destillieren Sie auf diese Weise bis 91°C, dann beginnt der Nachlauf.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl