Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 665 von 4328:

Irgendwie scheinen die Diskussionen über Hobbybrennen doch oft zur Märchenstunde auszuarten.
Herr Dr. Schmickl möge mich berichtigen.
Sowohl Alkoholgemische alsauch Alkohol-Wasser-Gemische sind azeotrope Flüssigkeiten, d.h. dass die sich nicht VOLLSTÄNDIG trennen lassen.
Kocht man z.B. Ethanol in Wasser auf, so wird das verbleibende Wasser immer mindestens ca. 4% Ethanol enthalten. Das ist übrigens auch der Grund dafür, dass niemand mit einer Destillation mehr als ca. 96%-iges Ethanol gewinnen kann. Ähnlich verhält es sich mit dem Methanol. Wenn es vorhanden ist, kommt immer etwas mit in den Feinbrand. Aber das ist extrem wenig, also braucht man hier keine Angst zu haben. Ab 79°C dürfte nur noch sehr wenig Methanol im Brand sein.
Richtig ist, dass bei sauberer Vergärung kaum Methanol entsteht. Zu den Alkoholika mit etwas höherem Methanolanteil gehört z. B. Grappa, weil dort der Trester, also die "holzhaltigen" Pressrückstände von Wein vergoren werden.
Richtig ist auch, dass ein Vorlauf (Methanol) entsteht, wenn man unsauber vergoren hat oder eben holzhaltige Bestandteile mitvergoren hat.
I.d.R. ist dieser sehr gering, also man muss nur ein paar ml bis cl wegschütten. Das sollte aber bei jedem Brennvorgang sowieso tun. Mit ein bisschen Erfahrung riecht und schmeckt man den Vorlauf leicht heraus.
Ohne jemandem den Genuss verderben zu wollen, allein in Deutschland sterben jährlich mindestens 200.000 Menschen an den Folgen des Ethanolmissbrauches.
Epidemologisch ist diese Gefahr um ein Hunderttausendfaches höher als an einer Methanolvergiftung zu sterben oder Gesundheitsschäden davon zu erleiden.
Insofern ist die Angst vor Methanol genauso unbegründet, wie die Angst vom Blitz getroffen zu werden, vorausgesetzt man vergärt keinen Kuhmist im Schweinestall. ;-)


Gelo, Deutschland
25.Jul.2003 19:10:37


    Das ist fast richtig. Ein azeotropes Gemisch liegt vor, wenn die Flüssigkeit UND der Dampf exakt die selbe Zusammensetzung haben, somit destillativ nicht mehr trennbar sind. Dies ist bei Ethanol-Wasser bei 96%vol der Fall (= azeotroper Punkt). Jedoch ist z.B. 20%vol KEIN Azeotrop, weil in diesem Fall der Dampf einen wesentlich höheren Alkoholgehalt hat als die (kochende) Flüssigkeit. Alkoholgemische lassen sich schwer trennen, u.a. da die Siedepunkte knapp zusammen liegen und weil die sonstigen chemischen Eigenschaften sehr ähnlich sind, daher tritt der Fall auf, daß z.B. Methanol über die ganze Brenndauer "mitgeschliffen" wird. Da es sich aber nicht um einen exakten Punkt handelt, spricht man nicht von einem Azeotrop.
    Man kann nicht generell sagen, daß man vor Methanol keine Angst zu haben braucht. Werden z.B. holzige Bestandteile, Stengel, Blätter usw. mitvergoren, so kommt es durchaus zu hohen Methanolmengen, daher unbedingt sauber arbeiten. Wie Sie richtig beschreiben, haben Grappa und Trester daher auch hohe Methanolgehalte.
    Vorlauf ist nicht gleich Methanol. Methanol entsteht durch holzige Bestandteile. Vorlauf, der überwiegend aus Acetaldehyd besteht, entsteht durch Fehlgärungen, also falsche Bakterien, die das Obst ebenso wie Hefe zersetzen.

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Helge Schmickl