Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 913 von 4301:

Hallo liebe Österreicher und Freunde des Brennens,
Ich habe aus ca. 5 Liter vergorenen Rotweintrauben
(70° Oechsle vor und 20° nach der Gärung) mit einer 6 Liter-Glaskolbendestillation ca. 900 ml Alkoholwassergemisch als Lutter mit einem Gehalt von ca. 40 vol % erhalten.
Meine Fragen dazu:
Es hat ca. 6 Std. gedauert, ist das üblich?
Ist die erzielte Menge korrekt?
Das Thermometer am höchsten Punkt zeigte leider ca. 91°-96°C, da ich es mit dem Heizpilz nicht besser regeln konnte. Ist die Ausbeute für den Feinbrannt geeignet und wie kann ich die 78,5°C regeln ohne dafür 12 Std. zu Brennen?
Was habe ich alles falsch gemacht und wie kann ich
die 900 ml Lutter für den Feinbrannt retten?
Wie sollte die 6Liter-Glaskolbedest. aufgebaut sein, damit es nicht so lange dauert und Menge/Qualität stimmt?
Es ist mein Erstlingswerk und bin deshalb sehr verunsichert!
Für alle Anregungen und Hilfestellungen mein Dank im Vorraus
Mit sonnigen Grüßen aus Deutschland
Ioakim Mavridis


Ioakim Mavridis, Deutschland
13.Okt.2003 13:18:19


    Laut Ihren Angaben wurden 50°Oe vergoren, dies entspricht grob gerechnet etwa 4%vol. D.h. dadurch, daß der Wein nicht ausgegoren war, hat sich nur wenig Alkohol gebildet. Im Sinne der Ausbeute und weil Sie dann nur mehr einmal destillieren müssen (weil bereits nach einem Durchgang der Alkoholgehlt im Destillat mehr als 45%vol hat), sollten Sie daher nur voll ausgegorene, also sehr trockene Weine zum Destillieren verwenden.
    6 Stunden sind für 5 Liter viel zu lange, mehr als drei Stunden sollten Sie nicht brauchen, es wird sonst alles zerkocht. Es empfiehlt sich daher eine stärkere Heizung zu verwenden.
    Sie haben nur sehr wenig abgetrennt, daher hat das Destillat auch 40%vol. Deswegen ist es beinahe gar nicht mehr notwendig, ein zweites Mal zudestillieren, denn der 2. Brennvorgang kostet Aroma. Hätten Sie beim ersten Durchgang den Nachlauf mitdestilliert, müßten Sie zwar zweimal brennen, die Ausbeute wäre aber wesentlich höher gewesen. Sie können die Dampftemperatur ("die 78,5°C", wie Sie schreiben) nicht "einstellen", während einer Alkohol-Wasser-Destillation steigt die Dampftemperatur stetig an, das geht physikalisch gar nicht anders (im Buch ist dieser Umstand sehr detailliert erklärt).
    Wenn Sie ein zweites Mal destillieren, dann zuerst den Vorlauf abtrennen, während das Thermometer rasch ansteigt (sofern dies beim ersten Brennvorgang nicht gemacht wurde). Dann bis 91°C destillieren, die Heizung darf mit der Temperaturanzeige nichts zu tun haben, egal wie heiß der Heizpilz wird, Sie sollten die 91°C nicht überschreiten.
    Anlage: Sie brauchen einen Kolben, dann ein leicht abwärts gehendes Geistrohr und eine Kühlung. Die Qualität und Menge hängt dann allein von der Maische ab.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl