Fachfragen zum Schnapsbrennen



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Eintrag Nr. 92 von 4304:

Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,

in Ihrer Antwort auf Eintrag Nr. 38 von Hr. Stark schreiben Sie, daß sich Schnäpse nach dem Brennen nicht mehr verändern. Früher habe ich auch von professionellen Schnapsbrennern (davon habe ich 3 in der entfernteren Verwandtschaft) gehört, daß der Schnaps nach dem Brennen mindestens 1 Jahr lagern sollte, damit er eine gewisse Schärfe verliert, da sich in diesem Zeitraum die vorhandenen Fuselöle abbauen würden (sogar hochprozentige Weine wie Sherry oder Port verändern sich ja noch in der Flasche). Als ich im vergangenen Herbst bei einem Lohnbrenner meine Birnenmaische (siehe Eintrag Nr. 78) brennen lassen wollte, habe ich ihn speziell zu dem Thema Lagerung/Alterung gefragt. Er sagte mir, daß er eine neue, hochmoderne Anlage habe, bei der es nicht mehr notwendig sei, den Schnaps zu lagern, allerdings bestätigte er mir, daß dies früher tatschächlich der Fall gewesen sei. Trotzdem habe ich selbst festgestellt, daß sich mein Schnaps in den ersten Wochen verändert hat: er ist milder und angenehmer zum Trinken geworden, wobei sich der herrliche Duft nicht verändert hat. Können Sie das erklären? Hat vielleicht einer der anderen Leser dieses Forums irgendwelche Erfahrung dazu gemacht?

Vielen Dank und viele Grüße

Andreas Strangfeld


Andreas Strangfeld, Deutschland
01.Feb.2001 14:47:51


    Wenn Sie den Schnaps in interten Gefäßen wie Glas lagern, kommt es kaum zu Veränderungen. Wenn der Schnaps nicht gut angemaischt und genau gebrannt wurde, kann auch eine Lagerung nichts mehr verbessern, einen Geschmacksfehler werden Sie dadurch nie mehr wegbekommen. Haben Sie aber einen guten, edlen Tropfen hergestellt, so kann unter anderem folgende Veredelungsmethode durchgeführt werden: lassen Sie den Schnaps mit nur aufgesetzten, offenem Verschluß für einige Wochen stehen. Dann wird er tatsächlich runder im Geschmack, weil die leicht flüchtigen scharfen Substanzen entweichen können. Verwechseln Sie bitte nicht Wein mit klarem farblosen Edelbrand. Wein verändert sich, weil Farbstoffe und mikroskopisch kleine feste Bestandteile vorhanden sind, die sich entweder am Boden ablagern oder sehr langsam verändern bzw. zersetzen.

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