Die Destillation von Schnaps

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Beitrag:

RE: Was ist eigentlich das prinzip einer reflux destille?
Von: der wo am 19.03.2014 11:56:19 | Region: da wer
Uff, nochmal ohne Schläge davongekommen!

Zu 1: Schlempe und Destillat vermischen hast du schonmal gemacht? Als Experiment? Oder weil irgendwas schiefgelaufen war beim ersten Mal? Warum beharren hier die meisten darauf, daß ein zweimaliges Brennen aromatechnisch vermieden werden soll? Daß das Doppelbrennverfahren nur eine Folge der Brenngesetze (Verbot des Aufzuckerns) und der Ausbeutesteigerung (Nachlaufverringerung) ist? Oder sich sogar darüber Gedanken machen, ob ein 5cm langes Steigrohr an ihrer Potstill wegen Rektifikationseffekten das Aroma versauen könnte?
Es ging mir in diesem Absatz darum, ob das zwangsläufig längere Kochen in einer Reflux, nachteilig sein könnte. Ich habe auch mit Bedacht nicht das Wort "heisser" sondern "Intensivität" verwendet. Daß "schonend" destillieren dann auch länger dauert, da beißt sich der Hund meiner Argumentation dann natürlich in den Schwanz.

Zu 2: Das mit Schmickls Begründung der Weinstärke beim Geisten findet sich nicht wirklich im Buch, daher aber viele Nachfragen in den Fachfragen hier: Nr 3087, 1509, 1448, 294
Warum sollte das längere Kochen keine Rolle spielen? Bei höheren % hat man eine zusätzliche Phase am Anfang mit höheren % und niedrigeren °C im Dampf. Insgesamt auf jeden Fall mehr "Beanspruchung" des Geistguts, durch sowohl mehr % anfangs als auch längere Kochdauer.
Schleppdestillation: Beim Brennen ohne Aromakorb, wird da nichts mitgeschleppt? Ist das Ergebnis nur noch von den Siedepunkten abhängig? Gibt doch auch ölhaltige Schnäpse, die ohne Aromakorb hergestellt worden sind. Könnte man diese dann nicht mit einer Reflux produzieren?

Zu 3: Nagottseidank bleibt auch für dich das Destillieren in manchen Punkten noch ein Mysterium...

Zu 4: "Höhere Temperatur = mehr Wasser, und natürlich AUCH mehr Nachlauf". Ja aber wo kommt er her, warum kann ich nicht das einwandfreie Destillat brennen bis der Kessel leer ist, oder verdünnen und brennen bis ich wieder bei der Ausgangsstärke bin? Oder kann ich das doch? (Habs nie probiert)
Gut, nicht bis 91°, klar. Auch wenn der Kantinenwarmhaltebehälter vorher alles niedriger als 100° siedendes verdampft haben sollte, macht bei 91° der Nichtalk im Dampf schon fast die Hälfte aus. Und der besteht natürlich nicht nur aus Wasser, sondern auch aus höhersiedendem. Schlechtes Beispiel.

Nochmal zu Buch: Es ist ja natürlich klar, daß ein Buch von 160 Seiten, von denen ein Großteil für Rezepte draufgeht, nicht alles genaustens erklären kann. Der Teil übers Brennen allgemein hat 10-15 Seiten, der über die Geistherstellung umfasst nur drei bebilderte Seiten (+ Rezepte).
Hier ein Zitat: "...sollen die Produkte im Dampf dünsten und nicht ausgekocht werdden, um das Zerkochen der empfindlichen Aroma- und Geschmacksstoffe zu verhindern." Hm.

Ist doch alles recht kompliziert, wenn man es genau wissen will. Aber man trifft dann halt Entscheidungen. Der eine versucht mittels möglichst kleinem Dampfraum/Steigrohr die Aromen schnell weg von der Hitze zu bekommen, der andere nimmt sich die Zeit, erstmal alles interessante mittels Refluxjojo nach Siedepunkt zu sortieren, und wählt dann in Ruhe aus. Unterschiedlicher gehts doch nicht.

Gruß, der wo
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